
Abschlussbesprechung zur Entschärfung am 2.09.2026
Am späten Abend konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD) endlich Entwarnung geben: Das neunköpfige Team hat die 500-kg-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die bei der systematischen Kampfmittelsuche in der Bachstelzenwiese im Ortsteil Lehnitz gefunden wurde, erfolgreich entschärft. Um 20:15 Uhr wurde der Sperrkreis per Sirenensignal aufgehoben. Die 4700 betroffenen Oranienburgerinnen und Oranienburger konnten anschließend wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Alle Straßensperrungen sind inzwischen aufgehoben, der Luftverkehr ist wieder freigegeben und auch der Bahnverkehr rollt wieder an. Die Entschärfung zog sich dieses Mal erheblich in die Länge. Grund ist, dass das Entschärferteam seine Arbeiten mehrmals unterbrechen musste, weil sich im Sperrkreis unbefugte Personen aufgehalten haben.

Viele Einsatzkräfte waren an dem Tag von morgens bis abends involviert.
Bei dem Bombenblindgänger handelte es sich um den 238., der seit der 1990 in Oranienburg aus der Erde geholt werden musste. Er war amerikanischer Bauart, mit einem intakten, chemischen Langzeitzünder versehen und lag rund sechseinhalb Meter tief in der Erde. Per ferngesteuertem Wasserschneidgerät konnte der Zünder abgetrennt und so die Bombe unschädlich gemacht werden. Seit den frühen Morgenstunden war der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD) vor Ort, kurz nach 12 Uhr begannen die eigentlichen Entschärfungsarbeiten.

Auch eine Drohne kam zum Einsatz um das Sperrgebiet abzusuchen und abzusichern.
Rund 100 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Kampfmittelbeseitigungsdienst, Stadtverwaltung, Wachschutz sowie Wasser- und Schifffahrtsamt waren bei der Bombenentschärfung im Einsatz: „Die Arbeiten haben sich heute sehr lange hingezogen und große Geduld erfordert. Umso mehr danke ich allen, die am und im Sperrkreis, an den Haustüren der Anwohner, im Führungsstab, in der Anlaufstelle, hinter den Kulissen und direkt an der Bombe so lange im Einsatz waren“, so Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder. „Vor allem auch vielen Dank an das Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst dafür, dass nun wieder eine Bombe weniger in Oranienburgs Erde liegt und damit auch wieder ein Stück mehr Sicherheit für unsere Stadt geschaffen wurde.“

Die Einsatzstelle arbeitete unermüdlich und mit Hochdruck.
„Ein solcher Tag ist natürlich mit großer Anspannung verbunden. Gleichzeitig wissen die Einsatzkräfte genau was zu tun ist, und gehen ihrer Aufgabe mit großer Professionalität nach“, so Jan Fielitz, Leiter des städtischen Amtes für Brandschutz und Leiter des heutigen Einsatzes. „Leider wurden heute im Sperrkreis noch viele Personen angetroffen. Das ist völlig inakzeptabel, weil jede unbefugte Person den Ablauf unnötig gefährdet und verzögert. Am Ende ist alles gutgegangen, dafür sei all denjenigen gedankt, die zum Gelingen der Entschärfung beigetragen haben.“ Auch während die eigentliche Entschärfung bereits im Gange war, mussten die Arbeiten insgesamt dreimal unterbrochen werden, weil Personen im Sperrkreis gesichtet wurden.

“Gute Nachrichten” hieß es dann um 19:59 Uhr : Die Entschärfung war geglückt, der Sperrkreis wurde um 20:15 Uhr aufgehoben.
Der eigentlichen Entschärfung gingen in den vergangenen Monaten umfangreiche Vorbereitungen voraus. Um mit der eigentlichen Freilegung des Blindgängers beginnen zu können, musste im ersten Schritt eine Splitterschutzwand aus 28 Überseecontainern rund um den Fundort errichtet werden, um die unmittelbaren Anwohner im Falle einer unkontrollierten Detonation vor Splittern und Druckwellen zu schützen. Ob Zuwegung, Stromversorgung, Wasserhaltungskonzept und vieles mehr: Auch die nächsten Schritte nahmen viel Zeit in Anspruch, bevor im Juli mit der Installation des Spundwandkastens an der Bombe begonnen werden konnte. Besonders aufwendig war auch die Grundwasserabsenkung: Vor Ort muss dauerhaft das Grundwasser abgesenkt und über eigens installierte Rohrleitungen in die Havel eingeleitet werden. Erst durch das Zusammenspiel all dieser Maßnahmen konnte die Bombe sicher freigelegt und die Voraussetzung für die heutige Entschärfung geschaffen werden. Allein bis zum jetzigen Zeitpunkt sind schon Kosten in Höhe von rund 565.000 Euro angefallen.

Quelle / Copyright Fotos: Stadt Oranienburg PM 178/2026 /Susanne Zamecki / Eike Fehlauer