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Chronik Lehnitz

Von der Ersterwähnung bis zum Stadtteil
1350 – 2003

 

Von Bodo Becker

 

16. Februar 1350 Urkundliche Ersterwähnung: Die brandenburgischen Markgrafen Ludwig der Ältere und der Römer verleihen dem Grafen Ulrich von Lindow Bötzow Haus und Städtchen nebst der neuen Mühle und verschiedene Dörfer. Ortsname: Lentzen.

1634 Das erste Kirchenbuch des Amtes Bötzow weist für Lehnitz zwei Taufen aus.

1657/58 Das Steuerregister des Amtes Oranienburg weist sieben Familien nach; Der Krüger muss für ausgeschenktes Herren- und Gesindebier zahlen.

14. Juni 1706 König Friedrich I. kauft das Lehnschulzengut Lehnitz von der Witwe des verstorbenen Besitzers Lehmann für 2386 Taler.

1733/39 In Lehnitz leben 38 Personen.

22. Juli 1764 König Friedrich II. gibt das Vorwerk Lehnitz an drei Kolonisten aus Mecklenburg in Erbpacht. Die Kolonisten stellen sich als Betrüger heraus.

1798 In Lehnitz leben 46 Personen. Dazu gehören die Familien des Erbpächters, des Schäfers, der zwei Kolonisten von zwei Fischern und die Witwe Suckrow.

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Wohnhaus am Gutsplatz um 1900

5. Juni 1804 Das Vorwerk brennt ab.

Herbst 1832 Auflösung des Amtes Oranienburg und Verkauf der dazugehörigen Vorwerke.

1873 Gustav und Carl Grütter aus einer Oranienburger Fabrikantenfamilie kaufen den Gutsbezirk.

10. Juli 1877 Bei Bedarf halten drei Züge der Nordbahn in Lehnitz.

1880 Das ehemalige Gutshaus ist zum Restaurant ‚Lehnitz-See’ ausgebaut worden.

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Postkarte, gelaufen 1901

1889 Erstellung des ‚Situationsplans des Landhäuser-Bauterrains Lehnitzsee’ für das heutige Nordgelände.

28. Mai 1891 Aufnahme des Vorortverkehrs bis Oranienburg mit engerer Zugfolge. Der Haltepunkt Lehnitz erhält 1892 ein aus Klinkersteinen gemauertes Empfangsgebäude mit Warteraum und Toiletten.

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Postkarte. Mit dem Vorortverkehr kommen auch die Gäste für die Stehbier-Halle (heutiges Schweizerhaus)

1892/93 Bis zur Jahrhundertwende entstehen vierzehn Villen in Repräsentationsarchitektur. Am Lehnitzsee laden die Restaurants ‚Zum Seelöwen’ und das ‚Seebad Lehnitz’ zum Verweilen ein.

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Postkarte, gelaufen 1899

1895 Kanalisierung des Lehnitzfließes zwischen dem Lehnitzsee und der Havel. Vereinsgründungen: ‚Wassersportvereinigung Lehnitz e.V.’ und ‚Grund- und Villenbesitzer-Verein Lehnitz e.V.’

1897 Beginn der Elektrifizierung von Lehnitz.

27. Mai 1900 Feierliche Eröffnung des ‚Jüdischen Erholungsheimes Lehnitz’ als Stiftung der Familie Sachs. Es ist Bestandteil der jüdischen Sozial- und Wohlfahrtspflege und dient mittellosen Männern, Frauen und Kindern als Ort der Erholung.

 

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Postkarte, gelaufen 1904

1903 Die Postagentur Lehnitz erhält ein öffentliches Telegrafenamt und ein Fernsprecher.

1911/12 Die Brücken und der Abschnitt des Großschifffahrtsweges durch den Lehnitzsee sind freigegeben. Die Lehnitzschleuse wird eröffnet.

September 1914 Gründung der Lehnitzer Ortsgruppe des ‚Vaterländischen Frauenvereins’ des Roten Kreuzes.

1. Juli 1922 Bildung des Landgemeinde Lehnitz. Der Amtsvorsteher aus Birkenwerder übernimmt kommissarisch das Amt des Gemeindevorstehers. Gründung der ‚Einwohner-Interessen-Vereinigung’.

19. September 1922 Erste demokratische Wahl zur Lehnitzer Gemeindevertretung. Gemeindevorsteher: Richard Lentz.

4. August 1923 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr (FFw) im Restaurant ‚Zum Seelöwen’. Wehrführer ist Johann Graefe. 28 Kameraden sind aktive Mitglieder.

 

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1924 Die Firma ‚Theodor Goldschmidt A.G.’ aus Essen setzt den Verkauf des Areals zwischen Birkenwerderweg und Großschifffahrtsweg fort.

September 1924 Richard Becker wird zum Gemeindevorsteher gewählt.

1. November 1925 Einweihung des Friedhofs.

1927 Die Niederbarnimer Gasgesellschaft hat in Lehnitz 6.5 km Gasleitung verlegt.

1928 Rudolf Weiß eröffnet in der Kaiser-Wilhelm-Straße seine Bäckerei mit Café. 1936 übernimmt Kurt Knape mit seiner Ehefrau Margarete (geb. Weiß) das Geschäft.

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2. Dezember 1928 Unter Anteilnahme der Bevölkerung wird am Kaiser-Wilhelm-Platz der „Heldengedenkstein“ eingeweiht.

 

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18. Januar 1930 Gründung einer Ortgruppe der NSDAP.

2. Juni 1930 Gründung des SPD-Ortsvereins Lehnitz im Restaurant ‚Waldschloss’ in der Dianastrasse.

4. Juli 1931 Einweihung des neuen Gebäudes der FFw am Birkenwerderweg mit Wagenhalle, Geräte- und Mannschaftsraum und Wohnung.

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12. Juli 1931 Waldgottesdienst in der Bismarck-Straße.

10. Oktober 1931 Lehnitz hat 607 Einwohner. Davon sind 56 über 70 Jahre alt. Die älteste Einwohnerin ist 92 Jahre alt.

8. März 1932 Das Märkische Elektrizitäts-Werk (MEW) schließt 700 Parzellen an das Stromnetz an.

1. Mai 1932 Gründung der ‚Tennis-Vereinigung Lehnitz’.

22. Mai 1932 Über 1100 Ruder-, Segel und Motorboote haben an den Pfingstfeiertagen die Lehnitz-Schleuse passiert.

6. November 1932 Wahlen zum Reichstag: Wahlbeteiligung=94%; NSDAP=183; SPD=148; DNVP=108; KPD=60.

10. November 1932 In Lehnitz leben 730 ständige Einwohner. In Lehnitz gibt es 98 angemeldete Rundfunkgeräte.

2. Juli 1933 In Lehnitz leben 975 Einwohner.

22. August 1933 Häftlinge des KZ Oranienburg führen Straßenreinigungsarbeiten durch.

25. März 1934 Für Straßenarbeiten kommen neben Lehnitzer Arbeitslose auch 50 Häftlinge aus dem KZ Oranienburg zum Einsatz.

1. April 1934 Die Gemeindeverwaltung zieht in das fertig gestellte Haus Kaiser-Wilhelm-Straße (heute Friedrich-Wolf-Straße) 13.

24. Juni 1934 Als ’Jüdisches Erholungsheim Lehnitz’ wird das ehemalige ‚Jüdische Genesungsheim Lehnitz’ nach aufwendiger Renovierung mit vielen Gästen neu eröffnet.

15. Februar 1935 Einführung des Zweischrankensystems am Bahnübergang. Bei häufiger Zugfolge bleibt die große Schranke geschlossen. In den späten Abendstunden werden die Schranken nur „nach Bedarf“ hochgedreht.

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Juli/August 1935 Die Insassen des Jüdischen Erholungsheimes werden in der Nacht von Schüssen aus dem Schlaf geschreckt. Antijüdische Flugblätter tauchen im Ort auf. SA-Leute skandieren vor dem Haus judenfeindliche Sprüche

19. September 1935 Östlich der Lehnitz-Schleuse beginnt mit Waldrodungen der Bau einer größeren Schleusenkammer.

Oktober 1935 In Lehnitz leben 1204 Einwohner mit 424 Haushaltungen in 277 Häusern.

Sommer 1937 Im Bootshaus Aegir am Meisensteg treffen sich Angehörige der Widerstandsgruppe Rote Kapelle. Vom Lehnitzsee funkt Hans Coppi bis zur Verhaftung 1942 in die Sowjetunion

04. August 1937 38 Lehnitzer Kinder besuchen Oranienburger Schulen.

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14. August 1937 Der Gemeinderat beschließt, dass Bänke die Aufschrift „Nur für Arier“ erhalten sollen.

8. Juni 1938 Am Lehnitzer Bahnhof werden über die Pfingstfeiertage über 8500 abgenommene Fahrkarten gezählt.

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Bahnsteig Richtung Berlin

9.-10. November 1938 Im ‚Jüdischen Erholungsheim Lehnitz’ verwüsten SA-Leute die Inneneinrichtung des Hauses. Bereits am Tage hat ein Großteil der Gäste das Haus nach einer Warnung verlassen.

29. Juni 1939 Die ‚Segler-Vereinigung Lehnitzsee’ und der Tegeler Segelclub ‚Freia’ führen ihre traditionelle Regatta auf dem Lehnitzsee durch. 45 Boote aller Klassen gehen an den Start.

17. August 1939 Lehnitz nimmt im Wettbewerb um den schönsten Ort im Kreis Niederbarnim den 12. Platz ein. Birkenwerder und Erkner belegen gemeinsam den 1. Platz.

13. September 1939 Im Feuerwehr-Depot am Birkenwerderweg wird ein Kindergarten eingerichtet.

10. Oktober 1939 1854 Einwohner leben in 607 Haushaltungen.

28. Dezember 1939 Bei der ersten Schleusung durch die neue Schleusenkammer ist der Dampfer ‚Fritz’ mit zwei Schleppkähnen durchgeschleust.

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Warten vor der Lehnitzer Schleusenbrücke

9. April 1940 Das Gebäude des ehemaligen Jüdischen Erholungsheimes ist ein Hilfskrankenhaus des Kreiskrankenhauses.

27. August 1941 Im Norden entsteht bis 1944 die so genannte ‚Ritterkreuz-Siedlung’ im Auftrag der ‚Versuchsstelle für Höhenflüge’ für Testpiloten. Beim Bau kommen bis 1944 auch Häftlinge aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen zum Einsatz. Die verwendeten Klinkersteine stammen aus dem SS-Klinkerwerk Oranienburg.

 

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11. April 1943 Der neue Bürgermeister Alfred Jacob wird in sein Amt eingeführt. Er setzt sich für einen Schulbau ein.

23. September 1944 Nach Arbeitseinsätzen der Lehnitzer Bevölkerung (insbesondere der Frauen) und 20 Häftlingen aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen wird das Richtfest für den Schulbau gefeiert.

Schulbau 1944 (26)

15. März 1945 Großangriff alliierter Bomberflotten auf Oranienburg. Am 10. und 20. April erfolgen weitere Bombardierungen. In Lehnitz gibt es zahlreiche Bombeneinschläge mit Verletzten und 22 Toten.

22/23. April 1945 Die ersten Soldaten der Roten Armee und der Polnischen Armee erreichen Lehnitz. Nur wenige Tage vorher sprengen SS-Leute die beiden Brücken für den Eisenbahn- und Straßenverkehr über den Oder-Havel-Kanal.

26. April 1945 Am Gemeinderat wird eine Kommission „Ernährung“ gebildet.

Mai 1945 Die Rote Armee richtet im Gebäude Kaiser-Wilhelm-Str. 33 eine zeitweilige Kommandantur ein. Anton Drobnik wird kommissarisch als Bürgermeister eingesetzt.

18. Mai 1945 Das Lehnitzer Krankenhaus ist wieder in Betrieb. Der leitende Arzt gibt täglich Sprechstunden.

Juni 1945 Eine Gemeinschaftsküche gibt täglich 600-800 Liter Essen an die notleidende Bevölkerung aus. In den ersten Wochen werden die Nahrungsmittel größtenteils aus den Vorräten des KZ Sachsenhausen entnommen.

6. Juni 1945 Beginn des Unterrichts mit ca. 100 Schülern unter schwierigsten Bedingungen. Ende des Monats Schließung der Schule wegen der Typhusseuche.

August/Oktober 1945 Neue Straßennamen: Freiheitsstraße (Kaiser-Wilhelm-Straße), Thälmannstraße (Bismarck-Straße), Magnus-Hirschfeld-Straße (Victoria-Straße), Thomas-Müntzer-Straße (Kronprinzen-Straße); Hilde-Coppi-Weg (Wachtelsteg)

September 1945 Die Ernährungslage wird immer katastrophaler. Im Ort herrscht Typhus, so dass eine Quarantäne verhängt wird. Das ehemaligen Gemeindehaus Freiheitsstraße 13 dient als Isolierstation. Hier werden bis Januar 1946 auch zurückkehrende Kriegsgefangene untergebracht.

25. September 1945 In der Schillerstraße (heute Richard-Becker-Straße) 1 ist in einem beschlagnahmten Haus ein Kindergarten eröffnet worden.

5. November 1945 Wiedereröffnung der Schule mit einer Feierstunde in Anwesenheit des Bürgermeisters. Drei Schulhelfer und die Leiterin unterrichten 168 Schüler in den Klassenstufen 1 bis 7 in zwei Klassenräumen umschichtig.

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Lehrerin Christel Czunczeleit mit der 1. Klasse 1946 vor dem noch unverputzten Schulgebäude. Nicht alle Kinder besitzen Schuhe!

01. Mai 1946 Nach sechs Jahren Krieg demonstrieren die Lehnitzer bei herrlichem Sonnenschein am 1. Mai für den Frieden.

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Februar 1947 In der Wohnung von Kurt Morschbach gründet sich der ‚Männerchor Lehnitz’. Zu den Mitbegründern gehören Gustav Kupsch, Gustav Sturzwange, Gustav Klemer und Ludwig Wiesnewski.

23. Februar 1947 Der Rundfunk sendet das Hörspiel, „Lehnitzer Jugend hilft beim Aufbau ihrer Schule“, das die Schüler in den Kälteferien des Jahres 1946 selbst geschrieben haben.

9. Juni 1947 Die Badeanstalt von Karl Müller wird durch ein Feuer restlos zerstört.

1. Juli 1947 In der Gaststätte ‚Lindenhof’ (vormals ‚Lehnitz-See’) wird die Ortsgruppe der ‚Kleingartenhilfe’ des ‚Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes’ (FDGB) gegründet.

1. Osterfeiertag 1948 Karl Scheidt eröffnet in unmittelbarer Nähe zum zerstörten Restaurant ‚Zum Seelöwen’ das Terrassenrestaurant ‚Seeblick’.

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30. August 1948 Gegen die Lehnitzer Bürgerin Gertrud J. ergeht vom Rat der Stadt Burg eine Ordnungsstrafe in Höhe von 15 DM und die Einziehung von 15 Kilogramm Korn. Strafbarer Grund ist der Erwerb von Lebensmitteln ohne Bezugsberechtigung.

23. Dezember 1948 Der sozialistische Schriftsteller Friedrich Wolf zieht aus Berlin mit seiner Frau Else in das Haus Alter Kiefernweg 5 in der damaligen Ernst-Thälmann-Siedlung.

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05. Februar 1949 Der ‚Männerchor Lehnitz’ unter Chorleiter Kurt Morschbach feiert sein erstes Stiftungsfest.

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Mitte: Chorleiter Kurt Morschbach

16. September 1949 Die im August wegen Einsturzgefahr geräumte Schule wird nach erfolgter Rekonstruktion des Daches von Bürgermeister Max Schulze feierlich eröffnet.

24. September 1949 Einweihung des neugestalteten Denkmals auf dem Friedensplatz (vormals Kaiser-Wilhelm-Platz). Es gedenkt nun der Opfer des Faschismus.

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Noch deutlich sind die vier Löcher sichtbar, in denen die Platte mit den Namen der Weltkriegsopfer befestigt war.

Frühjahr 1950 Die neue Eisenbahnbrücke wird nach acht Monaten Bauzeit dem Verkehr übergeben.

24. Juli 1950 Die Personenfähre über den Oder-Havel-Kanal soll durch eine Fahrzeugfähre ersetzt werden, weil mit dem Bau einer Straßenbrücke in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. Dafür will die Gemeinde zwei Fahrpächter einstellen.

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Überfahrt 1951

20. August 1950 Volksfest auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte ‚Seelöwe’ anlässlich der 600-Jahrfeier von Lehnitz. Durch den festlich geschmückten Ort zieht ein historischer Festzug. Der Konsum verkauft markenfrei saure Gurken vom Fass. Für Erwachsene gibt es ein Getränk ‚Alcolat’. Walter Lehwort und Karl Raddatz geben eine Chronik unseres Ortes heraus.

15. Oktober 1950 Für die Gemeindevertretung kandidieren 16 Lehnitzer auf der Einheitsliste der ‚Nationalen Front’ aus SED und CDU sowie 11 Organisationen und Vereinen.

31. Oktober 1951 Auf der Gemeindevertretersitzung wird die neue Bürgermeisterin Johanna Schiller als Mitglied der SED vorgestellt.

November 1951 Inge und Herbert Schwenkner werden Bewohner der Ernst-Thälmann-Siedlung, Waldring 3. Der 22 Jahre ältere H. Schwenkner ist Partei- und Kulturfunktionär. 1953 lernt Inge Schwenkner den später bekannten Dramatiker Heiner Müller kennen. Im April 1954 zieht Heiner Müller in das Haus der Eheleute Schwenkner. Nach der Scheidung von H. Schwenkner heiratet Inge im Juni 1955 Heiner Müller. Für beide beginnt eine produktive schriftstellerische Zeit. Nach Spannungen mit Herbert Schwenkner ziehen Inge und Heiner Müller 1959 nach Berlin. Die Ehe ist unglücklich, die Lyrikerin Inge Müller nimmt sich 1966 das Leben.

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Glücklicher Augenblick: Inge und Heiner Müller

Januar 1952 In der Gewerkschaftszeitung ‚Tribüne’ wird ein Artikel veröffentlicht, der sich kritisch mit der immer noch nicht vorhandenen Fahrzeugfähre zwischen Lehnitz und Oranienburg auseinandersetzt.

Januar 1953 Alle Lehrer der Grundschule Lehnitz haben einen Sparvertrag mit ihrer Sparkasse abgeschlossen, „um die Grundlagen für den Aufbau des Sozialismus schaffen zu können.“

8. März 1953 Thälmann-Pioniere führen eine Schrott-Sammelaktion im Ort durch. Der finanzielle Erlös aus den 10 Tonnen Schrott und 100 kg Buntmetall kommt für die Ferienspiele der Schule zugute. Bis zum November sollen 100 Tonnen gesammelt werden.

13. September 1953 Einweihung des ‚Ethel und Julius Rosenberg Parks’ auf dem Gelände Ecke Florastrasse/Freiheitsstrasse (heute Friedrich-Wolf-Strasse). Die Lehnitzer Bevölkerung hat in Aufbaustunden an den Wochenenden den ehemaligen Trümmerplatz zu einer Parkanlage gestaltet. Friedrich Wolf hält die Rede.

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23. Dezember 1953 Nach dem Tod des Schriftstellers Friedrich Wolf, am 5. Oktober, wird die Freiheitsstraße in Friedrich-Wolf-Straße umbenannt und das Kulturhaus erhält den Namen „Friedrich Wolf“.

1. Juni 1954 Am Kulturhaus gründet sich eine Kabarettgruppe. Bereits im Herbst treten sie mit dem Kabarett „Signal auf Halt“ an die Öffentlichkeit.

14. November 1954 Einweihung des Gottesdienstraumes im neu errichteten Evangelischen Gemeindehaus in der Florastraße. Superintendent Ernst Detert hält in Anwesenheit von mehr als 200 Gläubigen die Weihepredigt für den 1952 begonnenen Bau.

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September 1955 Über den Oder-Havel-Kanal verkehrt eine Fahrzeugfähre.

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Die Silberhochzeitsgesellschaft der Eheleute Stache (rechts) bei ihrer Überfahrt nach Oranienburg, 1956

16. Juni 1957 Die Stahlkonstruktion der neuen Straßenbrücke nach Oranienburg überspannt den Oder-Havel-Kanal.

 

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Im Vordergrund Personen- und Fahrzeugfähre

Juli 1959 Unter dem Motto „Wir machen Lehnitz zur Perle des Nordens“ beteiligen sich bis zum 30. Juni 340 Einwohner im Rahmen des ‚Nationalen Aufbauwerkes’ an der Verschönerung des Ortes.

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Lehnitzer „Trümmerfrauen“ auf einem Ruinengrundstück, 1958

Oktober 1959 Erste Zusammenkunft mit der bisherigen Kabarettgruppe und Bildung einer Laienspielgruppe, die unter dem Namen „Lehnitzer Zimmertheater“ weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt wird.

9. November 1960 Im Rahmen des ‚Nationalen Aufbauwerkes’ ist ein Bibliotheksgebäude am Birkenwerderweg (heute Fahrschule) entstanden. Mit dem großzügig gestalteten Ausleih- und Freihand-Bereich ist die Bibliothek ein „Vorzeigeobjekt“ für eine nebenberufliche Bibliothek.

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12. Oktober 1963 In Anwesenheit der Witwe von Friedrich Wolf, Else Wolf, wird mit einer Feier der große Saal des Kulturhauses ‚Friedrich Wolf’ nach drei Jahren Bauzeit eingeweiht. Bereits ein Jahr später gibt es über 9000 Besucher in 182 Veranstaltungen.

 

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„Freiwillige Aufbaustunden“ an den Wochenenden

4. April 1964 Gründung der Wassersport-Gemeinschaft-Lehnitz (WSG-Lehnitz). Der Verein hat 57 Mitglieder.

07. Oktober 1964 Die DDR wird 15 Jahre alt. Auch die Verkaufsstelle der HO hat das Schaufenster entsprechend gestaltet.

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12. Juni 1966 In Anwesenheit der Witwe Else Wolf erhält die Polytechnische Oberschule (POS) Lehnitz den Namen „Friedrich-Wolf-Schule“.

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Angetreten zur Namensgebung „Friedrich-Wolf-Schule“

17. Mai 1968 Else Wolf wird Ehrenbürgerin der Gemeinde Lehnitz.

22. Januar 1970 Seit Jahrzehnten leidet die Oranienburger und Lehnitzer Bevölkerung unter der Luftverschmutzung, die vom Oranienburger Rußwerk verursacht wird. Die alten Anlagen aus den 1930er Jahren werden stillgelegt und dadurch allein 40% der Emissionsverursacher beseitigt. Im zweiten Halbjahr 1971 soll eine moderne Filteranlage in Betrieb genommen werden.

19. Dezember 1970 „Martin braucht Schrott“ (gemeint ist der Siemens-Martin-Hochofen im Stahlwerk Hennigsdorf) – unter dieser Losung sammeln Schüler, Lehrer und die Kameraden der FFw sechs Tonnen Schrott und bekommen dafür fast 400 DM vom VEB Schrottaufbereitung.

14. Januar 1971 Die neue ‚Gemeindeordnung der Gemeinde Lehnitz’ tritt in Kraft. In der Präambel wird sie als „sozialistische Gemeindeordnung“ gekennzeichnet.

29. Oktober 1971 Das Zimmertheater Lehnitz gestaltet eine kabarettistisch-literarische Revue unter dem Motto „Texte – Töne – Tipps“ in Vorbereitung der Wahlen für alle Jungwähler. Die anwesenden Jugendlichen kritisieren die wenigen Möglichkeiten zum Tanzen im Ort. Umso größer ist die Freude, als nach dem offiziellen Teil zum Tanz im Nebenraum nach einer Diskothek eingeladen wird.

6. Juli 1973 In Vorbereitung des X. Festival der Jugend und Studenten in Berlin wird am ‚Weißen Strand’ das bisher größte Jugendtouristenzentrum der Republik eröffnet. In nur fünf Monaten wurden 36 Bungalows mit 360 Plätzen errichtet. Ebenfalls zum Jugendtouristenzentrum gehört die neue Jugendherberge mit 200 Plätzen.

1973-1975 Gegen den Widerstand der Lehnitzer wird an der Summter Chaussee/Mühlenbeckerweg ein Standortobjekt der Nationalen Volksarmee errichtet. Zwischen der Summter Chaussee und der B273 nach Schmachtenhagen werden für die Anlage eines Artillerieschießplatzes ca. 200ha Wald gerodet. Bis auf 100m reicht seine Grenze z.T. an die Siedlung im Nordgelände heran. Der Wald wird ganzjährig gesperrt. Im November 1973 ziehen die ersten Soldaten aus Oranienburg in das neue Objekt.

September 1975 Im ehemaligen Gebäude des Kreiskrankenhauses Oranienburg an der Magnus-Hirschfeld-Straße wird ein Sonderheim für schulbildungsunfähige, aber förderungsfähige Kinder und Jugendliche eröffnet.

Lehnitz feiert mit einem Volksfest und einem Festumzug sein 625. Jubiläum der Ersterwähnung auf dem Gelände des Internationalen Touristenzentrums.

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Rudi Fürst mit seinem Ponywagen

1. Dezember 1976 Aus Ehefrauen von Sangesbrüdern konstituiert sich nach einer längeren Gründungsphase die „Frauen-Singegruppe“ im Männerchor Lehnitz. Unter den Namen ’Frauenchor Lehnitz’ ist der Chor ab 1980 selbständige Vereinigung.

1977 Auf dem Friedhof entsteht die neue Beerdigungshalle. Von den Lehnitzern „Endstation der Gemeinde Lehnitz“ genannt. Das alte Beerdigungshaus aus dem Jahre 1925 hat nun ausgedient.

Januar 1977 Eine neue Zahnarztpraxis hat im Doppelhaus am Rondell eröffnet. Der gesamte Um- und Ausbau der Behandlungseinrichtung wurde unter Leitung des Rates der Gemeinde im „Mach-mit!“ Wettbewerb vorgenommen.

Februar 1977 Der Rat der Gemeinde zieht vom Birkenwerderweg mit der Verwaltung in das Haus Friedrich-Wolfs-Straße 33.

August 1977 In der Magnus-Hirschfeld-Straße soll eine „Großraumverkaufsstelle“ entstehen. Die Lehnitzer werden aufgerufen, sich mit Wochenend-Arbeitseinsätzen an der Errichtung zu beteiligen. Bis zum Ende des Jahres kann der Rohbau aus Betonfertigteilen aufgestellt werden.

Der alte Lehnitzer Vorortbahnhof aus der Zeit um 1900, das 1931 am Birkenwerderweg errichtete Gebäude der FFw mit dem Rat der Gemeinde, ein Wohnhaus und das bis dahin älteste noch erhaltene Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert müssen der Spitzhacke zum Opfer fallen. Grund ist der Bau einer Straßenunterführung, die den Schrankenübergang überflüssig machen

 

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Bahnhof 1974

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Der alte Rat der Gemeinde Lehnitz mit der Rückseite zu den Bahngleisen, 1977

Dachdeckermeister Herbert Wrzolek gründet seinen Handwerksbetrieb. 1982 besteht die Firma aus vier Gesellen und einem Lehrling.

1. September 1977 Die Gemeindevertretung beschließt die ‚Gemeindeordnung zur Gewährleistung der Ordnung, Sauberkeit und Hygiene in der Gemeinde Lehnitz’.

25. August 1978 In Anwesenheit von Bürgermeister Horst Mett wird die „Großraumverkaufsstelle“ feierlich eröffnet und von den Lehnitzern sofort angenommen. Hier kann man mit etwas Glück auch sogenannte „Bückware“, z.B. Berliner Pilsner, erstehen.

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“Großer Bahnhof“ mit Volkspolizei

Dezember 1978 Durch Um- und Ausbau bzw. Modernisierung können im zurückliegenden Jahr für 21 Familien die Wohnverhältnisse verbessert werden. Neun Eigenheim sind fertig gestellt, 24 befinden sich im Bau. Von 1974 bis 1978 wendete die Gemeinde 1.3 Mill. Mark für die Erhaltung von Wohnraum auf. 26 Familien bauten sich in diesem Zeitraum ein Eigenheim.

Das Lehrer-Altersheim in der Dianastraße 25 ist in ein Feierabendheim für Lehnitzer Senioren mit 14 Plätzen umgewandelt worden.

Februar 1979 Tag und Nacht im Einsatz gegen die Schneemassen sind die Kollegen vom Fuhrpark Lehnitz. Mit ihrem Schneepflug beräumen sie die Straßen im Kreis Oranienburg.

Mai 1979 Die Lehnitzer Jugend besitzt im Kulturhaus ihren Jugendklub, der mit einer Disko-Anlage ausgestattet ist. Für den Aufbau einer Jugend-Tanzkapelle stehen Musikinstrumente zur Verfügung.

7. Oktober 1979 Im Kulturhaus ist zum Gründungsfeiertag der DDR eine Foto-Ausstellung über das Leben in der Gemeinde eröffnet worden. Gezeigt werden u.a. die Kindereinrichtungen, die Poliklinik am Rondell, die Feuerwehr, die neue Kaufhalle in der Magnus-Hirschfeld-Straße und schöne Ausblicke auf den Lehnitzsee. Der Fotograf ist Burkhard Lichy.

21. Januar 1980 Eröffnung der rekonstruierten Konsumverkaufsstelle am Havelkorso 92. Nach fast zweijähriger Bauzeit und siebenmonatiger Schließzeit ist eine moderne Verkaufsstelle mit 75qm Fläche entstanden.

8. Februar 1980 Der beschrankte Bahnübergang wird für den Fahrzeugverkehr endgültig gesperrt.

März 1980 Fertigstellung des Fußgängertunnels und Einweihung der neuen Bahnsteiganlage. Die ursprünglichen Planungen der Reichsbahn hatten einen Fußgängertunnel zum Bahnsteig nicht vorgesehen, d.h. der Fußgänger- und Autoverkehr wäre nur gemeinsam durch die große Unterführung geführt worden.

3. September 1980 Feierliche Freigabe der Straßenunterführung für den Verkehr. Der Schnittpunkt zwischen dem Nord- und dem Südgelände hat sich damit wesentlich geändert.

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Gerda Beirau, stellvertretende Bürgermeisterin

September 1980 Klaus Buttler eröffnet im hölzernen Haus der ehemaligen Gemüseverkaufsstelle Friedrich-Wolf-Straße/Ecke Dianastraße sein Café ‚dirgni’. Die Gaststätte erfreut sich schon bald großen Zuspruchs. Hier konnte man seinen Hunger u.a. mit der beliebten Curry-Wurst und Pommes stillen. Von den Abfällen hielten Wirt und einige Gäste ein Schwein, das wegen seines Gewichts bei einem nächtlichen Ausflug auf der Straße verendete.

19. April 1981 Auf einem Gartengrundstück am Badeweg explodiert eine in Erdreich verborgene 500-kg-Bombe aus dem 2. Weltkrieg. Personen wurden nicht verletzt. Es entsteht ein metertiefer Krater, der sich schnell mit Grundwasser füllt.

Mai 1981 In der 1. Etage des Kulturhauses ‚Friedrich Wolf’ erwartet das ‚Club-Café’ seine Gäste.

Juni 1981 Achtzehn Eigenheime befinden sich im Bau. Fünf Eigenheime konnten im I. Quartal bezogen werden. In Lehnitz leben 2400 ständige Einwohner. 30 Abgeordnete der Gemeindevertretung arbeiten in 8 ständigen Kommissionen.

3. September 1982 Nach umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten steht die HO-Gaststätte ‚Seeblick’ als Selbstbedienungsgaststätte den Gästen wieder zur Verfügung. Die Kapazität hat sich auf 270 Gäste erhöht.

24. Juni 1983 Festveranstaltung zum 60. Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr im Kulturhaus ‚Friedrich Wolf’. Bürgermeister Ulack gibt in seiner Ansprache einen Rückblick über die Entwicklung der Wehr und würdigt ihren Einsatz für die Rettung von Menschen und Sachwerten. Fritz Lehmann und Willi Scheibe werden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

18. Februar 1984 Siebzig Mitwirkende haben innerhalb von sechs Monaten ein Karnevalsprogramm unter Leitung von Siegfried Graf vorbereitet und den Lehnitzer Karneval-Klub (LKK) gegründet. Büttenreden, Gesang und Tänze begeisterten das Publikum zur ersten Lehnitzer 5. Jahreszeit.

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1. Mai 1984 Nach jahrelanger Pause gibt es im Ort wieder einen Maiumzug und ein Volksfest. Ein Fackelzug führt am Vorabend unter Schalmeienklängen zum Weißen Strand und danach tanzt man im Kulturhaus in den 1. Mai. Nach der Mai-Demonstration mit Ziel an der Gaststätte ‚Seeblick’ klingt dort der Tag mit Tanz und guter Laune aus.

 

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Transparent: Mitglieder der FDJ! Bewährt Euch bei der Erfüllung des FDJ-Auftrages „IX. Parteitag“

6. Mai 1984 Kommunalwahlen: 1463 Wahlberechtigte, die Wahlbeteiligung liegt bei 99.12%=13 Nichtwähler (Kreis Oranienburg 99.51%). Mit 20 Veranstaltungen, an denen ca. 840 Bürger teilgenommen haben, wurde die Wahl vorbereitet.

28. Mai 1984 Der Staatliche Forstwirtschaftsbetrieb hat Pflanzenschutzmittel gegen den Forstschädling Nonne aus der Luft versprüht. Dabei sind auch einige Siedlungsgebiete von Lehnitz betroffen. „Durchgeführte Analysen haben ergeben, dass ihr Wohngebiet frei von Schadstoffen ist. Die Verwendung von Obst, Gemüse und Futter ist uneingeschränkt möglich.“ (Aus einem Informationsschreiben des Bürgermeisters an die Anwohner der Florastraße). In der Presse gibt es am 9. September 1992 ein Nachspiel!

Oktober 1984 Anlässlich des 35. Jahrestages der Gründung der DDR veranstaltet die DFD-Ortsgruppe einen großen Solidaritätsbasar. Die Frauen sammelten 452kg Alttextilien und 50kg Altpapier. Insgesamt konnten 1000 Mark auf das Solidaritätskonto eingezahlt werden.

September 1985 Beim Ausheben einer Baugrube stößt der Bagger auf eine amerikanische 20-Zentner-Fliederbombe. Herbeigerufene Fachleute ordnen den Abtransport des Blindgängers an. Der Friedrichsthaler Baggerfahrer Herbert Messow erklärt sich bereit, die Bombe mit seinem Bagger freizulegen. Wie ein Künstler geht er dabei zu Werke. Nach langen Minuten der Anspannung kann die Bombe abtransportiert werden.

05. Oktober 1985 Im Kulturhaus „Friedrich Wolf“ zeigt der Klubrat die Ausstellung „Freizeit – Kunst und Lebensfreude“. Präsentiert werden u.a. Textil- und Handarbeiten, Basteleien und Modellbau, Sammlungen, Malereien, Grafiken, Plastiken, Plakate, Fotoarbeiten und Schnitzereien von Lehnitzer Bürgern.

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Interessierte Zuschauer und Akteure: Wolfgang Köpp (Lehrer an der POS Lehnitz), Marianne Zoll (Kulturhausleiterin), Siegried Graf (Präsident des LKK)

Februar 1986 Trotz des harten Winters werden im Ortsteil Nord moderne Straßenbeleuchtungsanlagen installiert und in Betrieb genommen. In den nächsten Wochen erhalten die See- und Uferpromenade ebenfalls neue Beleuchtungsanlagen.

13. März 1986 Die Gemeindevertretung beschließt, dass im laufenden Jahr 540 000 Mark an Eigenleistungen von den Lehnitzer Bürgern erbracht werden sollen. Der Rat der Gemeinde appelliert an alle Handelseinrichtungen, die Schaufenster ansprechend zu dekorieren.

21. August 1986 Für die Werterhaltung in der Gemeinde sind im ersten Halbjahr 280 000 Mark aufgewendet worden, davon allein 160 000 Mark für die Instandhaltung von Wohnraum. Sechs Pflegeverträge für die Grünanlagen der Gemeinde konnten mit Bürgern abgeschlossen werden.

12. Oktober 1986 Elf Kinder erhalten im Kulturhaus die sozialistische Namensweihe.

13. November 1986 Die Gemeindevertretung beschließt eine neue Gemeindeordnung. Sie tritt am 01.01.1987 in Kraft und folgt der Ortssatzung aus dem Jahre 1977.

Nacht 13./14.1.1987 Nach einem Weihnachtsfest mit viel Schnee und Tauwetter zum Jahreswechsel bringt der Januar grimmige Kälte. Das Thermometer fällt in Lehnitz auf –24 Grad Celsius.

28. Februar 1987 Märkische Volksstimme: „Vor 8 Jahren wurde der Große Übungsplatz Lehnitz in Betrieb genommen. Seitdem wurde er zweimal als ‚Bester Übungsplatz der Landstreitkräfte’ ausgezeichnet.“

21. März 1987 Lehnitz hat eine 5 cm hohe geschlossene Schneedecke. Der März wird der frostigste Monat des Jahrhunderts.

1. Dezember 1987 Rechtzeitig vor Weihnachten haben acht Mitarbeiter-Familien des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes das erste Reihenhaus am Fuhrpark Lehnitz (An der Försterei) bezogen.

15. Dezember 1987 Mit 135% ist der Plan des Jahres für die Wohnraumwerterhaltung übererfüllt worden. Im vergangenen Jahr konnten 24 Haushalte an die zentrale Trinkwasserversorgung angeschlossen werden und zwei Kilometer Straße bekamen einen Bitumbelag.

1. Januar 1988 In der Jugendherberge ‚X.Weltfestspiele’ sind zwei Hochzeitsbungalows für Jungvermählte eingerichtet worden. Bei der Ankunft gibt es eine Flasche Sekt und eine Glückwunschkarte.

14. Januar 1988 Die Gemeindevertretung beschließt die Plandokumente für das Jahr 1988. Die Bürgersteige der Friedrich-Wolf-Straße, des Havelkorso und des Birkenwerderweges sollen mit Gehwegplatten verlegt werden. Für die Verbesserung der Straßenbeleuchtung, der Verschönerung des Ortsbildes strebt der Rat der Gemeinde an, Pflegeverträge mit Bürgern abzuschließen.

29. Mai 1988 Anlässlich des 100. Geburtstages von Friedrich Wolf findet in Lehnitz der 1. Friedrich-Wolf-Gedenklauf statt.

August 1988 Fünf Lehnitzer haben eine Interessengruppe für Natur und Umwelt gebildet. Sie sieht ihre Hauptaufgabe darin, bei den Bürgern das Interesse und Verständnis für die Belange des Umweltschutzes zu wecken und sie zur Mitarbeit anzuregen.

3. September 1988 Auf der hergerichteten Festwiese am Parkplatz der Gaststätte ‚Seeblick’ findet das 1. Lehnitzer Volksfest statt. Es gibt einen Trödelmarkt, eine interessante Feuerwehrübung, Ponyreiten und Kutschfahrten. Die Lehnitzer Vereine bringen ein buntes Programm mit abschließendem Tanz im Freien. Für das leibliche Wohl sorgen Erbsen aus der Feldküche, Gegrilltes und anderes mehr.

8. September 1988 Im Kulturhaus ‚Friedrich Wolf’ findet mit viel guter Laune und großer Lust zum Tanzen der 1. Lehnitzer Rehabilitandenball statt. Organisiert ist er vom Kollektiv des Geschützten Wohnheimes Lehnitz an der Dianastr. 25.

24. September 1988 Eine Aktion „Sauberer Wald“ wird im Waldstück zwischen Fuchs- und Dachsstraße durchgeführt. Initiator ist Ortsgruppe der Gesellschaft für Natur und Umwelt.

30. September 1988 Auf dem Gelände des Lehnitzer Sonderheims für schulbildungsunfähige, förderungsfähige Kinder und Jugendliche an der Magnus-Hirschfeld-Straße 19 ist eine „geschützte“ Werkstatt von den Mitarbeitern des Heimes aufgebaut worden.

9. November 1988 Aus Anlass des 50. Jahrestages des Novemberpogroms legen Lehnitzer Bürger und Vertreter des öffentlichen Lebens am neuen Gedenkstein vor dem Gebäude des ehemaligen Jüdischen Erholungsheimes einen Kranz nieder. Ein kurzer Artikel in der ‚Märkischen Volksstimme’ erinnert zum ersten Mal an die Existenz der Lehnitzer Einrichtung und ihrem Schicksal nach 1933.

4. Dezember 1988 „Fasst zu, habt Mut!“ Mit dieser Lebensmaxime, die Friedrich Wolf im Jahre 1949 Lehnitzer Schulabgängern während ihrer Abschlussfeier zurief, wendet sich sein Sohn, Markus Wolf, in seiner Rede an die Teilnehmer einer festlichen Veranstaltung im Kulturhaus ‚Friedrich Wolf’ anlässlich des 100. Geburtstages des Dichters am 23. Dezember.

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21. März 1989 Im Vorfeld der Kommunalwahlen am 7. Mai stellen sich im Kulturhaus ‚Friedrich Wolf’ 34 Kandidaten (aufgestellt 38) für die Gemeindevertretung den Anwesenden vor. Von den Wählern ist die Veranstaltung schwach besucht. Die Kandidaten sind in der Überzahl. Fragen werden nicht gestellt – Desinteresse herrscht vor.

3. Mai 1989 Märkische Volksstimme: „In diesen Wochen ist das Wort Gemüse für uns Kunden ein Reizwort. Sowieso nicht sehr verwöhnt, sind uns nun auch Kohl und Möhren knapp geworden… Deshalb befasste sich auch das Sekretariat der SED-Kreisleitung damit… Die vom Rat des Kreises vorgelegte Konzeption beinhaltet deshalb von der Analyse über den Anbau, die Lagerung und die Verarbeitung höhere Anforderungen an die landwirtschaftlichen Betriebe…“

7. Mai 1989 Wahl-Sonntag. Entgegen früheren Wahlen benutzen viele Wähler die Wahlkabine. Die Wahlbeteiligung beträgt 97,71% (DDR: 98,77%). Ergebnisse: 40 Stimmen gegen den Wahlvorschlag der Nationale Front. 4 Stimmen ungültig. Auffallend ist hohe Anzahl von Streichungen einzelner Kandidaten. Wie sich später herausstellt, sind die Wahlergebnisse von staatlichen Stellen oberhalb der Wahllokale flächendeckend gefälscht.

Herbst 1989 Tausende DDR-Bürger, darunter auch Lehnitzer Bürger, verlassen über Ungarn/Österreich die DDR. Die gesellschaftliche Krise wird für alle sichtbar.

4. Oktober 1989 Gründung der demokratischen Bürgerbewegung ‚Neues Forum’ in Oranienburg durch 15 Mitglieder.

11. Oktober 1989 Die Interessengemeinschaft für Natur und Umwelt veranstaltet mit den Autoren des Buches „Zurück zur Natur?“ eine Lesung im Kulturhaus ‚Friedrich Wolf’.

27. Oktober 1989 Einladung zum 1. Treff der Freidenker im Kulturhaus ‚Friedrich Wolf’: „Jeder ist aufgerufen und eingeladen, sich an den Veranstaltungen und Treffs der Freidenker zu beteiligen, die offen, kritisch, konstruktiv sind und allen offen stehen. Wir wollen die Freiheit des Denkens und das kreative und solidarische Miteinander in unserem Land verwirklichen helfen…“ (Märkische Volksstimme vom 25.10.)

2. November 1989 Bürgermeister Manfred Engler und der Rat der Gemeinde haben zur einer Einwohnerversammlung in das Kulturhaus eingeladen. Die anwesenden Bürger halten mit ihrer Meinung nicht mehr zurück. Probleme der Abwasserentsorgung und des Einzelhandels, die Belästigung durch den Schießplatz, die Umweltverschmutzung durch das Rußwerk, die willkürlichen Waldabsperrungen und die Bungalowbauten im Naturschutzgebiet am Lehnitzsee der Gemeinde werden z.T. lautstark angesprochen. Gegen Ende der Veranstaltung gibt es einen Zuruf von hinten: „Die SED hat abgewirtschaftet!“ Nur ein Widerspruch erhebt sich gegen diese Meinungsäußerung. Lehnitz ist von der demokratischen Wende erreicht.

7. November 1989 Franz Schmoranzer, Lehnitzer Bürger seit einem Jahr, tritt von der Funktion des 1. Sekretärs der SED-Kreisleitung zurück. Mangelnde Fähigkeit, stets die aktuelle Lage und Situation in der Kreisparteiorganisation einzuschätzen, nicht ausreichende Arbeitsintensität und sein Auftreten im Zusammenhang mit seinen Wohnverhältnissen werden in der Presse als Gründe aufgezeigt. Schmoranzer hatte für sich und seine Frau ein Haus in der Lehnitzer Thälmann-Siedlung verlangt und bekommen.

18. November 1989 Das ‚Neue Forum’ veranstaltet die erste freie Protestdemonstration in Oranienburg. Vom Platz vor der Nikolaikirche, über die Havelstraße, Leninallee, Straße des Friedens, August-Bebel-Straße bis zum Parkplatz vor den Pharma-Werken marschieren 3000 Demonstranten. Sie fordern auf zahlreichen Plakaten und Transparenten eine demokratische Wende der Gesellschaft. Unter den Demonstranten befinden sich auch zahlreiche Lehnitzer Bürger, die u.a. eine Entmilitarisierung des Waldes verlangen. Ordner des ‚Neuen Forums’ und die Volkspolizei sorgen gemeinsam für einen friedlichen Ablauf der Demonstration.

16. Dezember 1989 Die Gründungsversammlung des Ortsverbandes der SDP Oranienburg/Lehnitz hat in der Gaststätte ‚Erholung’ stattgefunden.

20. Dezember 1989 Der erste „Runde Tisch“ findet mit Vertretern der CDU, der LDPD, des Neuen Forums, der NDPD, der SDP und dem Bürgermeister in Lehnitz statt. Gegenstand sind die politische Kultur im Ort, die Vorgehensweise bei der Rückgewinnung der sogenannten Staasi-Gästehäuser und die Kommunalpolitik des kommenden Jahres.

Jahresende 1989 Während des Verkaufs des Sylvester-Feuerwerks bitten die Mitarbeiter der Lehnitzer HO-Drogerie um eine Spende für das leidgeprüfte Volk in Rumänien. Die Spendenaktion bringt ein Ergebnis von 466 Mark auf das DRK-Konto für Rumänien ein.

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15. Januar 1990 Über 3000 Teilnehmer der Montags-Demonstration fordern in Oranienburg die Fortführung der im Herbst begonnenen demokratischen Wende ohne Stasi und ohne SED-Machtmonopol.

16. Januar 1990 Die Grundorganisation der SED-PDS formiert sich im Wohngebiet Lehnitz-Nord neu. Die Betriebsorganisationen haben sich im Herbst aufgelöst.

26. Januar 1990 Der „1. provisorische Vorstand“ der SPD-Ortsgruppe Lehnitz hat zu einer Vorstellung in das Kulturhaus ‚Friedrich Wolf’ geladen. Etwa 100 Bürger erleben eine z.T. chaotische Veranstaltung. Erst später stellt sich heraus, dass die Vorstandsmitglieder noch keine SPD-Mitglieder waren und somit keine Legitimation der SPD besaßen.

6. Februar 1990 Das Initiativkomitee der ‚Unabhängige Bürgerinitiative Lehnitz’ (UBL) tritt mit Aufgabenkomplexen an die Lehnitzer Öffentlichkeit. Die Gruppe versteht sich als ökologisch orientierte, parteipolitisch unabhängige Bürgerinitiative. Sie ist entstanden aus einer offenen Diskussionsrunde im Lehnitzer Gemeindehaus der Evangelischen Kirche. Vertreter der UBL nehmen an den Diskussionen des Runden Tisches in der Gemeinde teil.

17. Februar 1990 Lehnitzer Karnevalisten sind auch dabei, als der neue Grenzübergang von Hohen Neuendorf nach Frohnau mit einem Volksfest geöffnet wird. Damit ist die kürzeste Verbindung zwischen Berlin und dem nördlichen Umland über die F 96 wieder hergestellt.

06. Mai 1990 Die erste demokratische Kommunalwahl nach der Wende entsendet 21 Abgeordnete aus den Parteien SPD, Allianz für Deutschland, PDS, UBL und zwei Einzelbewerber in das Gemeindeparlament. SPD und UBL bilden eine Koalition und wählen Richard Wienecke zum Bürgermeister.

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15. Mai 1990 Um einen Warnstreik der Lehnitzer Lehrer abzuwenden, treffen sich die Gemeindeabgeordneten Richard Wienecke (SPD), Gudrun Wagner und Joachim Hilgenfeld (beide Allianz für Deutschland) mit der Direktorin der Schule Ursula Malinski und Mitarbeitern. Es geht um die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Schule im Interesse der Kinder und Jugendlichen. Keine fertigen Konzepte sollen ausgearbeitet werden, sondern den Jugendlichen soll die Möglichkeit der Kreativität eingeräumt werden.

17. Juni 1990 Im ehemaligen NVA- Kulturhaus auf dem Kasernengelände findet eine Box-Großveranstaltung des Polizeisportvereins Oranienburg statt. Hier trifft u.a. in einem Schaukampf für 5 Runden à 2 Minuten der einheimische Superschwergewichtler Andreas Oergel auf den West-Berliner Profiboxer und Weltmeister Rockie Rocchiani.

1. Juli 1990 Die Fahrgastschiffe ‚Berlin’ und die ‚Astor’ der Reederei Bethke pendeln täglich zwischen Tegel und Lehnitz.

August 1990 Die Gemeindevertretung beginnt Beratungen mit dem Ziel, eine Gesamtplanung für eine zentrale Abwasserentsorgung erstellen zu lassen.

28. August 1990 Die Lehnitzer Siedlersparte 34 im „Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter“ (VKSK) wird zu einem eingetragenen Verein mit dem Namen „Siedlersparte 34 e.V. Lehnitz.“

September 1990 Ein gemeindeeigenes Eckgrundstück Friedrich-Wolf-Straße/Florastraße wird zur baldigen Ansiedlung eines Lebensmitteldiscounters veräußert. Für drei Jahre soll dort ein Großmarkt (1200 Quadratmeter) in Leichtmetallkonstruktion als Provisorium entstehen. 65% der Fläche mietet ALDI, die restliche Fläche mieten einheimische Anbieter. Die Gemeindevertretung beschließt für die Waldsiedlung (frühere Thälmann-Siedlung) eine Gestaltungssatzung und die Aufstellung eines Bebauungsplanes.

Die Sportler der SG Lehnitz `89 e.V. stellen bei einem internationalen Fechtturnier in Hamburg die besten deutschen Plätze nach Teilnehmern aus Frankreich und Schweden. Nicole Tausch (3. Platz); Marco Paulick (4. Platz).

02./03. Oktober 1990 Festveranstaltung im Kulturhaus anlässlich des Beitritts der Länder der DDR zur Bundesrepublik. Um Mitternacht wird die Wiedervereinigung feierlich mit dem Absingen des Liedes der Deutschen vollzogen. Am nachfolgenden Tag erfolgt die Fahnenhissung vor dem Haus der Gemeindevertretung. Außerdem finden ein Kinderfest und eine Feier für die Rentner statt.

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V.l.n.r.: Dr. Horst Roderburg (Allianz für Deutschland), Karl-Heinz Pohle (SPD), Herbert Fechtner (UBL)

Mitte Oktober 1990 Bürgermeister Wienecke fordert in einem Brief an Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg die Beseitigung des Lehnitzer Schieß- und Truppenübungsplatzes.

14. Oktober 1990 Landtagswahlen. Wahlberechtigte: 1598; Wahlbeteiligung: 72,1%. SPD=43,3%; CDU=18,2%; PDS=17,1%; FDP=7,2%; Bündnis 90=6,2&; Grüne=4,0%; DSU=1,0%; Republikaner=1,9%

img166 Öffentliche Auszählung der Stimmen

02. Dezember 1990 1. Bundestagswahlen für die neuen Bundesländer. Lehnitz: Wahlbeteiligung=80,4%; CDU=27,4%; SPD=30,6%; PDS=14,8%; Bündnis ‚90/Grüne=7,6%; FDP=15,3%

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Gerd Baer bei der Durchsicht der Wählerlisten. 2.v.R. Wolfgang Hennig

06. Dezember 1990 Im Klubraum des Kulturhauses treffen sich vier künftige Mitglieder zur Gründung der Schützenbruderschaft Lehnitz: Knuth Glänzel, Hans-Joachim Gröhler, Karl-Heinz Pohle und Richard Wienecke.

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V.l.n.r.: K.-H. Pohle, H.-J. Gröhler, R. Wienecke

11. Dezember 1990 Als erste ALDI-Filiale im Landkreis Oranienburg zieht der Lebensmittelanbieter Käufer und Käuferinnen aus dem gesamten Norden des Kreises an.

01. Januar 1991 In der Neujahrsnacht decken sich Einbrecher bei ALDI mit Zigaretten, Video- und Tonbandkassetten in Wert von ca. 13000 DM ein.

Im Arbeitsamt Oranienburg sind 3879 Arbeitslose gemeldet. Das sind 8,4%.

15. Januar 1991 Mit der ersten Einschulung beginnt der Unterricht in der ‚Schule für geistig Behinderte’ in der Magnus-Hirschfeld-Straße in Lehnitz.

April 1991 Einweihung der Parkplätze Nord- und Südseite am Lehnitzer Bahnhof.

Juni 1991 Die Gemeindevertretung setzt einen Sonderausschuss ein, um Vorschläge zu erarbeiten, die Kinderbetreuung in der Krippe, Kindergarten und Hort mit sozial verträglichen Elterbeiträgen zu sichern. Die Schule soll wieder eine Aula erhalten.

Juli 1991 Verabschiedung der Ortsentwicklungskonzeption: Schöner Wohnort, ohne Industrie und störendes Gewerbe, attraktiv für den Tourismus und den Dienstleistungsbereich.

Bestätigung des Generalentwässerungsplanes für die Gemeinde Lehnitz durch das Ministerium für Umwelt, Natur und Raumordnung.

August 1991 Das Denkmal für die „Opfer des Faschismus“ wird geschändet.

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September 1991 120 Rekruten der Bundeswehr in Lehnitz werden mit einem feierlichen Gelöbnis auf die Fahne der Bundesrepublik vereidigt. Die Rede hält Bürgermeister Wienecke.

Die Standortkenntnis lässt im Bonner Verteidigungsministerium noch zu wünschen übrig, wie ein Antwortbrief aus Bonn nach Lehnitz erkennen lässt. Dort heißt es, dass der Standort Lehnin nicht weiter ausgebaut und in Zukunft Standortübungsplatz werde. Derweil wird in Lehnitz weiter geschossen. Die Gemeindevertretung hat nun einen neuen Brief nach Bonn geschrieben.

28./29. September 1991 Mit Unterstützung aus Suttrop und Hamm Süden findet in Lehnitz das 1. Schützenfest der Lehnitzer Schützbruderschaft statt. Aus Suttrop und Hamm Süden sind mehr als 100 Gäste angereist. Mehrere Umzüge gehen durch den Ort. Mit Karl-Heinz Pohle und Frau Petra wird die Königstradition in Lehnitz eingeleitet.

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V.l.n.r.: J.-J. Gröhler, Liane Gröhler, Hubert Lipski

November 1991 Nachdem die Fördermittel bestätigt sind, erfolgt die Auftragesvergabe für den ersten Bauabschnitt der zentralen Abwasserkanalisation.

1. Dezember 1991 Die traditionsreiche Gaststätte ‚Schweizerhaus’ (genannt ‚Mausebude’) gerät in den frühen Morgenstunden in Brand. Die FFw aus Lehnitz und Oranienburg sowie die Berufsfeuerwehr löschen den Brand.

04. Dezember 1991 Gegen 16.30 Uhr explodiert im Forstring/Höhe Am Hag eine unter der Straßendecke liegende 250 kg Bombe mit Langzeitzünder. Es gibt drei Verletzte und beschädigte Häuser im Umkreis. Die Explosion reißt einen vier Meter tiefen und 15 Meter breiten Krater. Einige Pflastersteine durchschlagen die Hausdächer und verletzen Menschen.

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18. Januar 1992 Zwei auf dem Lehnitzsee ankernde Schiffe des Wasserstraßenamtes Eberswalde sinken. Aus den Booten fließen 5000 Liter Diesel in den See. Sie konnten erst eine Woche später gehoben werden.

05. Februar 1992 Treffen von zehn Bürgermeistern der Oranienburger Umlandgemeinden zu Konsultation mit dem Oranienburger Bürgermeister Wolfgang Arps über die Ämterreform, die bis zum 27. Juni abgeschlossen werden soll. Bürgermeister Wienecke schlägt als künftigen Amtssitz Lehnitz vor.

6. März 1992 Nach einem Gelöbnis in der Lehnitzer Kaserne nehmen 900 Rekruten ihren Dienst am Standort auf.

11. März 1992 Mit schwerer Technik beginnt im Havelkorso 85 die Trockenlegung einer 250 Kilogramm Bombe. Für einen 70 Tonnen schweren Kran, der über dem Fundort wasserdichte Eisenspundwände in das Erdreich bis zu acht Meter tief rund um die Bombe einpresst, wird eine Straße gebaut. Am 18.03. entschärft Horst Reinhardt in sechs Meter Tiefe den chemischen Langzeitzünder per Hand.

20. März 1992 ‚Oranienburg Land’ heißt das Amt, das die Bürgermeister der Umlandgemeinden Freienhagen, Friedrichsthal, Hohenbruch, Lehnitz, Malz, Nassenheide, Neuendorf, Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf im Kulturhaus ‚Friedrich Wolf’ mit ihren Unterschriften besiegelten. Germendorf schließt sich im August der Verwaltungsgemeinschaft an.

29. März 1992 Gründung der ‚Friedrich-Wolf-Gesellschaft e.V.’ in Lehnitz. Sie erhält von der Akademie der Künste zu Berlin das Gebäude der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte in Lehnitz zur kostenfreien Nutzung.

30. März 1992 Opfer der Marktwirtschaft! Die Verkaufsstelle am Forstring im Südgelände gibt auf – ein Jahrzehnte alter Standort wird geschlossen.

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18. April 1992 Ins Wasser fällt das 1. Lehnitzer Osterfeuer mit Lampionumzug und Blasmusik. Die FFw bringt das nasse Holz aber trotzdem zum Brennen, die Blasmusik wird durch ein Akkordeon (Manfred Ulack) ersetzt. Der ‚Männerchor Lehnitz’ lässt sich vom Singen jedoch nicht abbringen. Damit wird eine lange Tradition begründet.

Mai 1992 Der Lehnitzer Ökologiedezernent des Landkreises Oranienburg, Dr. Joachim Hilgenfeld, tritt aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurück. Er stand seit Mai 1990 an der Spitze des Kreis-Ökologiedezernats.

14. Juni 1992 Volksentscheid über die Verfassung des Landes Brandenburg. Ergebnisse in Lehnitz: Wahlberechtigte = 1624; Abgegebene Stimmen = 926; Wahlbeteiligung = 57%; Zustimmung = 96%; Ablehnung = 3,35%

30. Juni 1992 Der Amtssitz der Verwaltungsgemeinschaft ‚Oranienburg Land’ wird als Übergangslösung zunächst in der Lehnitzer Friedrich Wolf 33 (ehemals ‚Rat der Gemeinde’) und in der Florastr. 21 sein.

22. Juni 1992 In der ehemaligen Gaststätte ‚Lindenhof’ am Gutsplatz lädt nach vierjährigen Neu- und Umbauten das alte Gutshaus als ‚Gut Lehnitz’ seine künftigen Gäste ein. Eigentümer sind Klaus-Jürgen und Rosemarie John.

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Beginn der Kanalisationsarbeiten am Rondell, Juli 1992

10. August 1992 Erste öffentliche Sitzung des Amtausschusses des Amtes ‚Oranienburg Land’ findet im Kulturhaus ‚Friedrich Wolf’ statt. Wichtigster Tagungsordnungspunkt ist die Wahl von Richard Wienecke zum Amtsvorsteher.

19. August 1992 Die drei letzten Abgeordneten der ‚Allianz für Deutschland’, Dr. Joachim Hilgenfeld, Gudrun Wagner und Dr. Heinz Friedrich, geben der Presse bekannt, dass sie gemeinsam ihre Mandate in der Lehnitzer Gemeindevertretung niederlegen werden. Als Gründe führen sie die nach ihrer Auffassung mangelnde Vertretung von Lehnitzer Bürgerinteressen von Seiten der politisch Verantwortlichen an. Wienecke dazu: Wer sich im Mai 1990 persönlich wählen ließ und nun auf einmal sagt, er hört auf, der hat in meinen Augen den Wähler getäuscht.“ Drei Abgeordnete der Allianz hatten bereits vor Monaten ihre Mandate niedergelegt. Damit hat sich die Fraktion aufgelöst.

20. August 1992 Die traditionsreiche Konsum-Verkaufsstelle Friedrich-Wolf-Str. 1 schließt für immer ihre Tür. Mit Blumen bedanken sich treue Stammkunden bei den drei Verkäuferinnen. Der Konsum betonten sie, sei nicht nur Einkaufs- sonder auch Kommunikationsstätte gewesen.

Neuer, ehrenamtlicher Bürgermeister von Lehnitz ist Gerd Baer.

1. September 1992 Die einen Tag zuvor von einem Bagger bei Kanalisationsarbeiten an der Friedrich-Wolf-Straße 1 gefundene 500 Kilogramm Bombe hat Hans-Jürgen Weise um 22.23 Uhr entschärft. Nur drei Wochen später wird bei Schachtarbeiten im Badeweg eine 250 Kilogramm Bombe gefunden und entschärft. Insgesamt werden 1992 vier Bomben in Lehnitz entschärft.

09. September 1992 Die Presse informiert über die Spätfolgen der Sprühaktion gegen den Forstschädling „Nonne“ im Mai 1984. OGA: „DDR sprühte DDT auf Brandenburgs Forsten“. Auch Lehnitz war davon betroffen. Als Beleg zeigte die Fernsehsendung „Kontraste“ unter anderem eine Liste mit zahlreichen Eingaben von Lehnitzern. Die Sprühaktion war vom DDR-Ministerrat angeordnet worden.

25. September 1992 Nach zweimonatiger Arbeit haben die Kameraden der FFw Lehnitz ein von der Bundeswehr unentgeltlich erworbenes Fahrzeug zu einem komplett ausgerüsteten Löschfahrzeug für die Brandbekämpfung aufgearbeitet.

01. Oktober 1992 Das Amt Oranienburg-Land nimmt offiziell seine Arbeit in den Räumen der Amtsverwaltung in Lehnitz auf.

06. November 1992 Als Dank für die gutnachbarschaftlichen Beziehungen lädt der Standortkommandeur der Bunderwehrkaserne 150 Gäste zum 2. Standortball ein. Soldaten, Kommunalpolitiker, Geschäftsleute, Feuerwehrmänner und Vertreter der GUS-Garnison (ehemals sowjetische Streitkräfte) feiern bis in die frühen Morgenstunden.

19. November 1992 Entgegen den Empfehlungen der Landesregierung beschließen die Gemeindevertreter, die geltenden Beiträge für den Kindergarten nicht zu senken. Die Gemeinde bezuschusst die Einrichtung jährlich mit 120.000 DM. Würde man den Empfehlungen entstünde ein Finanzloch von bis zu 70.000 für die Gemeinde.

19./20. Dezember 1992 Anzeige einer Immobiliengesellschaft: Neubauwohnung, Dianastraße 6. Kaufpreis für 54,2 qm = 340.000 DM. Neubauwohnung, Hans-Loch-Str. 31 für 77,4 qm = 488.000 DM.

19. Dezember 1992 Die Gemeindevertreter verabschieden eine Ortsgestaltungssatzung. Danach muss das Erscheinungsbild der Gemeinde insgesamt erhalten bleiben. Dazu gehören die Bebauung mit Einfamilienhäusern, Straßen und öffentlichen Plätzen mit Bäumen sowie Vorgärten.

Lehnitz hat 2060 Einwohner.

08. Januar 1993 Der seit mehr als zwei Jahrzehnte am S-Bahnhof befindliche Zeitungskiosk ist geschlossen und wird abgerissen. Sein Umsatz lässt ein Betreiben von Seiten der Post nicht mehr zu.

25. Februar 1993 OGA berichtet: „Olympiapläne für den Standort Lehnitz bereits sehr konkret.“ Erhält Berlin den Zuschlag für die Olympiade 2000, sollen die Wettbewerbe im Bogenschießen und Schießen in Lehnitz stattfinden.

Ostern 1993 Die FFw Lehnitz kann mit zwei Löschfahrzeugen ausrücken und hat zum Brandlöschen vor Ort einen Wasservorrat von rund 1500 Litern zur Verfügung.

22. April 1993 Die Gemeindevertreter beschließen die Auslage des Entwurfes „Vorhaben- und Erschließungsplan zum Tagungs- und Erholungspark“ auf dem Gelände des ehemaligen Touristikzentrums. Hier sollen unter anderem auch 190 Wohnungen entstehen.

06. Mai 1993 In der Mitte des Lehnitzsees wird eine 250 Kilogramm Bombe gesprengt. Die Bombe wurde zuvor mit einem Luftsack bis zwei Meter unter der Wasseroberfläche gehoben und zur Seemitte geschleppt. Die Fontäne erreicht eine Höhe von ca. 100 Meter. Am 25. d.M. wird eine 500 Kilogramm Bombe am Bachstelzenweg entschärft.

04. Juni 1993 Das Berliner Fahrgastschiff ‚Moby Dick’ ist gegen 21.45 Uhr mit 146 Passagieren auf der flachsten Stelle (75 cm) im Lehnitzsee auf Grund gelaufen. Am 10. d.M. ist es mit Ballons angehoben worden und rückwärts von der Sandbank gezogen. Hunderte Zuschauer und die Presse haben sich zum Bergungsschauspiel am Ufer des Sees eingefunden. Der Kapitän und der 2. Schiffsführer wurden wegen Blutalkohol entlassen.

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12. Juni 1993 Zum Kreisfeuerwehrtag feiert die FFw Lehnitz gemeinsam mit 45 Kreisfeuerwehren (einschließlich Kreis Gransee) ihr 70jähriges Gründungsjubiläum. Mit Festmeile, Festzug, einer großen Technikschau, Kinderfest, Markt und Musicalaufführung nimmt der Feuerwehrtag den Charakter eines Volksfestes an.

15. Juni 1993 Lehnitz an erster Stelle in der Kriminalstatistik im Amt Oranienburg-Land. Von insgesamt 280 Straftaten in der Zeit Januar bis Mai 1993 wurden in Lehnitz 108, in Wensickendorf 45 und in Friedrichsthal 36 registriert. Allein 23 von 26 Fahrrädern sind in Lehnitz gestohlen worden.

23. September 1993 Zeitungsnotiz: Initiatoren wollen eine Wählergemeinschaft mit dem Namen ‚Bürger für Lehnitz’ (BFL) gründen. Sie versteht sich als Reaktion auf das nach ihrer Meinung unakzeptable Verhalten der Gemeinde- und Amtsverwaltung zur Problematik des Kanalisationsbaues.

04. Oktober 1993 Einweihung der Krippenabteilung in den modernisierten Räumen der unteren Etage des Kindergartens am Rondell. Krippe und Kindergarten befinden sich nun unter einem Dach. 23 Lehnitzer im Alter von einem bis drei Jahren hielten bei den etwas größeren Steppkes auf dem Spielplatz Einzug. Bürgermeister Baer pflanzte auf dem Spielplatz der Krippenkinder eine vier Meter hohe Kastanie.

16. Oktober 1993 Die BFL hat 12 Kandidaten für die Kommunalwahl am 05. Dezember aufgestellt. Für das Amt des Bürgermeisters kandidiert Herbert Kreuschner, der bereits in den Jahren von 1952 bis 1965 dieses Amt inne hatte. An der Wahlveranstaltung der BFL nehmen insgesamt 200 Mitglieder und Symphatisanten teil.

19. Oktober 1993 Am Lehnitzer Havelufer wird eine 250 Kilogramm Bombe mit einem Aufschlagzünder und einem chemischen Langzeitzünder in nur zwei Stunden entschärft. Einen Tag später explodiert eine Bombe im Lehnitzsee.

19. November 1993 Informationsveranstaltung der ‚Interessengemeinschaft Überlassungsverträge’ vor mehr als 150 Lehnitzern. Der Grundsatz „Rückgabe vor Entschädigung“ macht die offenen Vermögensfragen für Eigenheime und Grundstücke zur Quelle sozialen Sprengstoffes.

05. Dezember 1993 Kreis- und Gemeindewahlen. Nach einen zum Teil polemisch geführten Wahlkampf, in dem es in der Hauptsache um den Bau der zentralen Abwasserkanalisation ging, setzte sich die BFL mit fünf Abgeordneten (SPD 4; PDS 2; CDU 1) als Siegerin durch. Mit 0,8 Punkten Vorsprung wird Herbert Kreuschner zum neuen Bürgermeister gewählt.

Januar/Februar 1994 Starke Regenfälle haben den Grundwasserspiegel und den Lehnitzsee ansteigen lassen. In den letzten 60 Jahren gab es keinen so hohen Wasserstand. Das Wasser am Bootshaus Dietrich auf der Oranienburger Seite steht bis zum Eingangstor.

Februar 1994 Lehnitz verkauft seine mit der Abwasserkanalisation verlegten 5570 Meter Trinkwasserrohre mit einem Verlust von 500.000 DM an die Oranienburger Stadtwerke. Die Gemeinde hatte für die Verlegung 2,5 Millionen DM bezahlt, was die Stadtwerke als überteuert bezeichneten und nur den „marktüblichen“ Preis zahlen wollten.

25. Februar 1994 Der Clubraum der Sektion Wasserwandern der Wassersportgemeinschaft Lehnitz brennt total nieder. 30 000 DM Sachschaden, die Polizei vermutet Brandstiftung.

März 1994 Die BFL erhebt den Vorwurf leichtfertiger und bürgerunfreundlicher Entscheidungen der alten Gemeindevertretung bei der Planung und Bau der Abwasserkanalisation. Das Projekt sei mit 10 Millionen DM total überteuert. Von anfänglichen 8 Millionen DM stieg die Investitionssumme auf 37 Millionen DM.

Mai 1994 Um Planungsfehler und Versäumnisse der Verantwortlichen beim Bau der Abwasserkanalisation aufzudecken, hat die BFL eine Dokumentation der Staatsanwaltschaft Neuruppin zur Verfügung gestellt und Strafanzeige erstattet. Bisher haben sich nur 60% der möglichen Haushalte an die neue Kanalisation angeschlossen.

04. September 1994 Die Lehnitzer FFw und die Oranienburger Wehren müssen einen Brand in der Tischlerei Lepsien löschen. Die Werkstatt an der Friedrich-Wolf-Straße (heute Gelände Kindergarten) brennt restlos nieder.

Oktober 1994 Der Lehnitzer Bernd Schneider kauft zusammen mit einem Freund das ehemalige Wohnschiff „Einheit“. Zwei Jahre lang wird an dem 1907 gebauten 40 Meter langen Finowmaßkahn gebaut. Dann ist es er eine schwimmende Wohnung an der Seepromenade für Bernd S. geworden.

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02. Oktober 1994 Für seine Festrede auf der Veranstaltung ‚Schützenbruderschaft Lehnitz e.V.’ am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit erhielt der CDU-Bundestags-Kandidat Ulf Fink Buh-Rufe aus der Runde der Zuhörer. Sie protestierten damit gegen seine Darstellung der Entwicklung des Ostens nach der Vereinigung.

07. November 1994 In der Nacht brannte ein unbewohntes Wohnhaus in der Uferpromenade vollkommen aus. In den Brandruinen des Hauses findet man am Morgen eine männliche Leiche. An diesem Wochenende gab es in Lehnitz fünf Brände.

11. November 1994 Bei der Schlüsselübergabe des Bürgermeisters an den LKK stießen der neue Vereinsvorsitzende Siegfried Fünfhaus und Bürgermeister Kreuschner mit einem Glas Sekt an.

06. Dezember 1994 Der ‚Oranienburger Wirtschafts- und Kulturverein’ schenkt der ‚Villa Sonnenschein ‚ in der Dianastraße einen Wäschetrockner. In der betreuten Wohnstätte leben zurzeit 17 Männer und Frauen im Alter zwischen 23 und 33 Jahren.

19. Dezember 1994 Die BFL informiert in einem Schreiben darüber, dass die Aufnahme von Ermittlungen gegen die Verantwortlichen des Baues der Abwasserkanalisation von Seiten der Staatsanwaltschaft Neuruppin abgelehnt wird, „weil sich aus unseren (der BFL) Sachverhaltsdarstellungen ein ausreichender Verdacht nicht ableiten lasse.“

29. Dezember 1994 „Die Lehnitzer Parlamentssitzung drohte zu eskalieren“ (OGA, 31.12.), weil sich Amtsdirektor Wienecke weigert, Antworten auf einen Fragenkomplex der BFL zum Reizthema „Abwasser“ zu geben, bevor eingeleitete Untersuchungen nicht abgeschlossen sind. Wienecke lehnt den Haushaltsplan 1995 ab, weil der darin enthaltene Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes keinen kostendeckenden Abwasserpreis enthält.

März 1995 An der Hans-Loch-Straße/Schillerstraße (jetzt Richard-Becker-Straße) entstehen Einzelvillen mit insgesamt 38 Wohnungen. Zwei größere Wohnblöcke sind am Mühlenbeckerweg mit 72 Wohnungen im Bau.

29. April 1995 Der Lehnitzer Aquarellmaler Gerhard Neugebauer stellt im großen Saal des Oranienburger Schlosses aus. Der 1919 geborene Künstler konnte aus wirtschaftlichen Gründen keine Kunstschule besuchen und war von 1952 bis zu seinem 70. Lebensjahr selbständiger Orthopädiemeister in Oranienburg.

Mai 1995 Die wöchentliche Arbeitszeit des pädagogischen Personals von Hort und Kita wird wegen Kindermangels von bislang 40 auf 31,5 Stunden reduziert.

13. Mai 1995 In der Magnus-Hirschfeld-Straße 26 stehen bei Karsten Schirmer vier Harley-Davidson Motorräder zum Ausleihen bereit. Kostenpunkt: 95 DM für acht Stunden.

17. Mai 1995 Im 5. Jahr ihres Bestehens lädt die Förderschule für geistig Behinderte ‚Dr. Magnus Hirschfeld’ zum Tag der offenen Tür ein. Für Eltern, Interessierte aus Politik und Wirtschaft besteht die Möglichkeit, sich umfassend in den Räumen umzuschauen. Erstmalig wird der „Matsch-Raum“ eingeweiht, in dem die Schüler mit Ton arbeiten. Zusätzlich gibt es einen „Snusel-Raum“ zum Ausruhen auf einer großen Luftmatratze.

01. Juni 1995 Zum Internationale Kindertag findet im Hort ein Indianerfest statt. In Vorbereitung haben sich die 85 Kinder mit dem Leben der Indianer beschäftigt. Wigwams und Indianerkostüme wurden gebastelt sowie das Treppenhaus mit Fellen behangen. Eine Wandzeitung verrät Wissenswertes über die Ureinwohner Amerikas.

20. Juni 1995 Mit fünf Salutschüssen wird der erste „Tag der offenen Tür“ in der Märkischen Kaserne in Lehnitz eröffnet. Die Soldaten zeigen, wie Panzer Minensperren überwinden, wie Brücken gebaut oder Verletzte gerettet werden.

27. Juni 1995 Die Gemeinde Lehnitz gewährt ihrem Entwässerungsbetrieb ein zinsloses Darlehen in Höhe von 583.000 DM, um so die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

07. Juli 1995 An der Schillerstraße (heute Richard-Becker-Straße) lässt der Baukran die Richtkrone über die ersten drei Gebäude schweben. Die Fertigstellung für den Wohnpark mit vier Gebäuden soll noch 1995 erfolgen.

22. August 1995 Die Gemeindevertreter verständigen sich über Änderungen zur Abwasser-Satzung. Damit soll u.a. dem Entwässerungsbetrieb ermöglicht werden, Ordnungswidrigkeiten ahnden zu können. Mehr als 100 Lehnitzer verweigern den Pflichtanschluss an die zentrale Abwasserkanalisation. Der Entwässerungsbetrieb hat bis Oktober darum eine Finanzlücke von 300.000 DM.

01. September 1995 Aus Anlass des Weltfriedentages wird das restaurierte Denkmal am Rondell mit neuer Inschrift enthüllt. Der alte Denkmalstext lautete: Den Toten zu Ehren / Den Lebenden zur Pflicht

08./09. September 1995 Das 50. Jubiläum der Grundschule ‚Friedrich Wolf’ wird mit einer Festveranstaltung im Kulturhaus begangen. Am nächsten Tag findet ein großes Kinderfest auf dem Schulgelände statt.

September 1995 Zur Vorbereitung einer Einwohnerversammlung zum Thema „Bauen und Wohnen“ führt die BFL eine Fragebogenaktion durch. Mit Hilfe von Kreuzen sollen sie ihre Ideen zur Entwicklung des Ortes aufzeigen.

Mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Stolpe will die BFL an höchster Stelle auf die zu hohen Abwasserpreise in der Gemeinde aufmerksam machen. In dem vom Vorsitzenden der BFL, Siegfried Graf, unterzeichneten Brief haben die Entscheidungen zum Bau einer zentralen Abwasserkanalisation „unsere 2000-Einwohner-Gemeinde in eine katastrophale Lage gebracht…“

An der Dianastraße entstehen Eigentumswohnungen in sechs Häusern. Hier werden einmal 69 Familien wohnen.

Ende Oktober Die durch einen Brand beschädigte Gaststätte ‚Mausebude’ (Schweizerhaus) wird für einen Neubau abgerissen. Damit fiel auch das Wahrzeichen – die am Haus stehende riesige, über 100jährige Schwarzpappel, die den Gartengästen wirksam Schatten gespendet hatte.

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30. November 1995 Mit einer Anzeige geben die Eigentümer des Restaurants ‚Seeblick’ die Schließung des Hauses bekannt. Zugleich verweisen sie auf die geplante Neueröffnung eines ‚Hotels am Lehnitzsee’ mit dem ‚Restaurant Seeblick’ im Jahre 1997 hin. Zu dieser Eröffnung ist es nicht gekommen. Heute stehen auf dem Gelände vier Vorstadtvillen.

31. Dezember 1995 Lehnitz hat 2168 Einwohner.

13. Januar 1996 Das neue Programm für die 5. Jahreszeit stellt der LKK auf seiner Generalprobe den Lehnitzer Senioren gewissermaßen zur Beurteilung vor. Zwischen vier Büttenreden erleben die Zuschauer mehr als zwei Stunden lang Musik, Gesang und Tanz ohne Pause. Das mit viel Beifall bedachte Programm werden die Jecken des LKK auch in Malz und Klosterfelde zeigen. Die sechs Sitzungen in Lehnitz sind bereits ausverkauft!

27. Januar 1996 Fünfzehn Lehnitzer Bürger und Gemeindevertreter der PDS und BFL (SPD und CDU fehlten!) haben sich zur Ehrung der Opfer von Gewaltherrschaft am Denkmal aus Anlass des neuen Gedenktages eingefunden.

Auf der Hauptversammlung der FFw ziehen die Kameraden für 1995 Bilanz. Danach mussten sie 116mal ausrücken – das sind genau 49,8% mehr als Jahre 1994. Im abgelaufenen Jahr gab es 46 Brände unterschiedlichster Art, davon 19 Waldbrände. Insgesamt kam die Wehr auf 163 Einsatzstunden.

Februar 1996 An der Friedrich-Wolf-Straße 14 hat ein kleiner Second-Hand-Shop eröffnet, der auch neue Boutiqueware anbietet. Die Fülle in den kleinen Laden erschlägt einen fast. Die Stangen hängen prallvoll, Regale und Wühltisch quellen über.

April 1996 Die „Grabstein-Umlegungen“ der Amtsverwaltung aus Sicherheitsgründen sorgen in der Lehnitzer Öffentlichkeit für großen Unmut. Auf einer extra einberufenen Einwohnerversammlung musste sich der verantwortliche Amtsleiter schwere Vorwürfe anhören. „Wer maßt sich an, auf dem Grab meiner Mutter zu hantieren?“ rief ein Lehnitzer. Ein Vertreter des Seniorenverbandes Oberhavel erhob „starken Protest gegen den Amtsdirektor“.

Auf dem Eckgrundstück Friedrich-Wolfs-Straße/ Magnus-Hirschfeld-Straße wird ein Wohn- und Bürohaus errichtet. Neben Gewerberäumen soll das Gebäude zwei Dreiraumwohnungen, eine Zweiraumwohnung und eine Einraumwohnung beherbergen. Planer und Bauträger sind die Lehnitzer Unternehmen ‚Büro für Stadterneuerung Kabus & Partner’ und ‚Barnim Baubetreuung GmbH & Co KG’.

05. Mai 1996 Bei einer Wahlbeteiligung von 74% haben 513 Lehnitzer für einen Zusammenschluss des Landes Brandenburg mit Berlin gestimmt, 721 stimmten dagegen. Nur 347 Lehnitzer sprachen sich für einen Zusammenschluss im Jahre 2002 aus.

Juni 1996 Gegen einen zwangsweisen Zusammenschluss ihrer Gemeinden sind die Bürgermeister des Amtes Oranienburg-Land. Anlässlich einer Zusammenkunft waren sie sich darüber einig, dass eine „Veränderung in der derzeitigen Amtsstruktur von unten wachsen müsse und nicht von oben verfügt werden kann.“ Brandenburgs Innenminister Alwin Ziel (SPD) hat sich für eine umfassende kommunale Gebietsreform ausgesprochen.

Ein großzügiges Wohn- und Geschäftshaus soll am Mühlenbecker Weg/Brieseweg am Bahnhof entstehen. In den Obergeschossen sind 26 Wohnungen und 47 altersgerechte Wohnungen geplant. Die Verkaufsflächen befinden sich im Erdgeschoß mit über 1000 Quadratmeter Nutzfläche. Investor ist die Bodentreuhand- und Verwaltungsgesellschaft (Botag).

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16. Juni 1996 Als ständige Ausstellung und regionales Kulturzentrum ist die Friedrich-Wolf-Gedenkstätte im Rahmen des Tages der offenen Tür wiedereröffnet worden. Hier sollen künftig Schriftstellerlesungen, literarische und musikalische Veranstaltungen stattfinden. Das Haus beinhaltet die historische Einrichtung, die komplette Bibliothek von Wolf und eine Sammlung seiner Werke.

23. August 1996 Mit einem Fest begehen die Bewohner und ihre Gäste das zehnjährige Bestehen ihrer ‚Villa Sonnenschein’. Das sind 17 junge Frauen und Männer zwischen 23 und 35 Jahren, die ihr Leben lang nicht völlig selbständig leben können; die immer auf die Hilfe von Menschen wie der Leiterin Regina Senß angewiesen sein werden.

Das Umweltministerium fördert mit 1,3 Millionen DM den Weiterbau der Abwasserkanalisation im Südgelände. Dort kann mit dem Ende der Bauarbeiten dann1997 gerechnet werden.

06.-08. September 1996 Trotz wolkenbruchartiger Regengüsse erleben die Lehnitzer ein großartiges Volks- und Schützenfest mit dem ‚Jagd- und Schützenverein Lützower Jäger e.V. Lehnitz/Oranienburg Land’ und der ‚Schützenbruderschaft Lehnitz’. Schützen und Gäste feiern mit Markttreiben, Karussell und Kinderreiten, Schützenball mit Tombola, Festumzug mit 14 Gastvereinen, den „langen Kerls“ aus Potsdam, Lagerfeuer und Feuerwerk sowie viel Musik. Ernster Höhepunkt des langen Festumzuges am Sonnabend ist die Kranzniederlegung am neu gestalteten Denkmal. Am Abend proklamieren beide Schützenvereine ihre neuen Königspaare auf dem Schützenball, der mit Tanz erst gegen Morgen zu Ende geht.

 

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Das Königspaar Birgit und Hubert Lipski mit den langen Kerls

30. November 1996 Nur die 24 aktiven Sängerinnen des ‚Lehnitzer Frauenchors’ und der ‚Männerchor Lehnitz’ begehen das 20jährige Jubiläum des Frauenchors im Kulturhaus ausnahmsweise einmal nicht auf der Bühne, sondern im trauten Kreis.

Zwei Institutionen haben sich in den vergangen Jahren am Lehnitzer Bahnhof etabliert. 1990 eröffnete ‚Helgas Imbiss’ am Südausgang. Hier kann die Laufkundschaft an 70 Stunden wöchentlich ihren Hunger stillen und auch Spirituosen, Eis, Zigaretten und Salate erstehen. Bulette 1,60 DM; Gyros 3,50 DM und Bratkartoffeln 1,80 DM. Mit ALDI kam auch der Broiler-Mann nach Lehnitz. Unter dem Motto „Der Broiler lebt“ bringt Andreas Godry mit seinem 45-PS Multicar-Griller den heißen und beliebten Broiler an Mann und Frau. Wie beliebt er ist, kann man auch an den vielen Urlaubskarten ersehen. Eine Karte aus Zypern ist mit „Broilermann, Lehnitz-BRD“ adressiert.

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03. Januar 1997 An der Lehnitzschleuse liegen seit Weihnachten mehrere Schiffe fest, die sich wegen der dicken Eisdecke auf eine lange Wartezeit eingerichtet haben. Ein aus Berlin angeforderter Eisbrecher kam nur bis zur Schleuse Plötzensee. Um 20.45 Uhr hat Jürgen Geyer am 04.01. an zwei Thermometern minus 28 Grad gemessen!

07. Januar 1997 Das Restaurant ‚Gut Lehnitz’ hat wegen zu wenig Gästen für immer seine Türen geschlossen.

18. Januar 1997 Jahreshauptversammlung der FFw Lehnitz: 1996 gab es 134mal Alarm für die Lehnitzer Kameraden. Die Zahl der Einsätze stieg dam um 18% gegenüber dem Vorjahr. Zu 32 Bränden wurden die Kameraden gerufen, die vor allem an Brandstiftungen lag. Die 18 aktiven Wehrmänner kamen auf 214 Einsatzstunden.

20. Januar 1997 Der Kreisausschuss des Kreises Oberhavel hat die beantragte Förderung der Lehnitzer ‚Friedrich Wolf Gedenkstätte’ mit Stimmen von CDU und SPD abgelehnt. Ein CDU-Abgeordneter begründet dies mit der Aussage: „Wolf hat sich nie vom Stalinismus distanziert… und sich vorsätzlich auf die Seite des Unrechts, der Lüge und des Verbrechens gestellt. Er kann damit kein Humanist sein.“

In den nachfolgenden Wochen findet in der Presse eine umfangreiche, z.T. emotional geführte, Diskussion statt, in der mehrheitlich die Entscheidung des Kreisausschusses abgelehnt wird. Der 2. Vorsitzende der Friedrich-Wolf-Gesellschaft bezeichnet die Nichtförderung eine Kulturschande für den Kreis. Der Lehnitzer Bürgermeister Kreuschner spricht von „Schweinerei“ und für Amtsdirektor Wienecke sind die Äußerungen über Friedrich Wolf „befremdend.“ (Beide OGA, 23.01.)

22. Januar 1997 In Potsdam wird eine Vereinbarung des Landes mit der Friedrich-Wolf-Gesellschaft unterzeichnet, wonach die Gesellschaft Haus und Grundstück des Schriftstellers kostenfrei nutzen kann.

25.-26. Januar 1997 In der Nacht zum Sonntag brennt der Anbau des Fachwerkhauses am Gutsplatz 4 nieder. Der Wehrleiter der FFw spricht von Brandstiftung. Zwei Tage später brennt in der Inselstraße ein Bootshaus völlig aus. Auch hier wird Brandstiftung vermutet.

18. März 1997 Derzeit sind etwa 60% der 2168 Einwohner an die Abwasserkanalisation angeschlossen. Bis zum Jahr 1999 soll sich der Anschlussgrad auf 95% erhöht haben, geht aus dem Abwasserkonzept hervor, das die Gemeindevertreter beschlossen haben.

Ostern 1997 Sozialministerien Regine Hildebrandt besucht gemeinsam mit ihrer Familie eine langjährige Freundin in Lehnitz-Süd, bei der sie schon seit Jahrzehnten die Ostereier sucht. Auf dem diesjährigen Osterspaziergang müssen sie leider feststellen, dass keine Osterlämmer mehr über die Wiesen am „Toten Havelarm“ springen. Die Halterin, die Agrar-Fakultät der Humboldt-Universität, kann sich keine Schafe mehr leisten!

April 1997 In die Räume der ehemaligen Konsum-Verkaufsstelle an der Friedrich-Wolf-Straße 1 ist das ‚Porzellan- und Keramikstudio’ von Karl-Heinz und Petra Pohle gezogen. Für Erwachsene und Kinder werden Lehrgänge für die Herstellung und Bemalen von Keramiken angeboten.

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Mit dem Broiler-Mann haben sich in der Florastraße vor ALDI noch mehr Händler angesiedelt

26. April 1997 Mehr als 1000 Besucher besichtigen am Tag der offenen Tür die Märkische Kaserne. Sie werden um 10.00 Uhr mit fünf Salutschüssen begrüßt. Dass das Dröhnen der Panzer und Minenverleger bedrohlich an ein kriegerisches Szenario erinnert, scheint nur Wenigen einen Schauer über den Rücken zu jagen.

29. April 1997 Nach dem im Havelkorso, Falkenweg und Dachsstraße die Abwasserkanalisation verlegt ist, wollen die Anlieger auch an die zentrale Trinkwasserversorgung der Stadtwerke Oranienburg angeschlossen werden. Ohne lange Debatten beschlossen die Gemeindevertreter, dem Wunsch der Anlieger nachzukommen.

Bis zum Ende des Jahres sollen 1 Million DM für die Sanierung des Kulturhauses verbaut sein. Das für die Fördermittel notwendige Nutzungskonzept beschlossen die Abgeordneten. Erdgeschoss: großer Saal für 199 Personen, kleine Bühne, Foyer mit Garderobe und modernisierter Toilette, kleiner Saal im Vorderhaus. Obergeschoss mit zwei Klubräumen. Jugendliche haben Interesse für einen Jugendklub angemeldet.

15. Mai 1997 Mit sechs Böllerschüssen und dem Austausch von Urkunden besiegeln die Gemeinde Lehnitz und die 3. Batterie des Panzerartilleriebataillons ihre Partnerschaft zur Zusammenarbeit.

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Von r.: Marianne Zoll und Gerd Wrzolek

17./18. Mai 1997 Der ‚Männerchor Lehnitz’ feiert gemeinsam mit dem Lehnitzer Frauenchor und dem Hennigsdorfer Blasorchester am Sonnabend sein 50jähriges Jubiläum. Der Frühschoppen des nächsten Tages bringt Darbietungen der Grundschule, des LKK und der Chöre aus Lehnitz und Schmachtenhagen. Die ‚Lützowschen Jäger’ organisieren ein Pokalschießen. Mit Disco-Musik und einer Modenschau klingt der Tag aus.

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Chorleiter mit Gitarre: Helmut Kücken

03. Juni 1997 Bürgermeister Herbert Kreuschner und der Bauausschussvorsitzende Jochen Semper verlassen die Fraktion der BFL. Als Gründe nannten sie Polemik und Streit, die die BFL bis 1995 mehr oder weniger im Gemeindeparlament betrieben hätte. Beide bilden nun die Fraktion ‚Unabhängige’.

05. Juni 1997 Das Eckhaus an der Friedrich-Wolf-Straße/Dianastraße ist fertig. Bereits im April waren die Wohnungen im Obergeschoß bezogen. Ins Erdgeschoss zieht nun das italienische Restaurant ‚Amarone’.

01. Juli 1997 Für ein Jahr ist die Badestelle „Weißer Strand“ verpachtet. Der Pächter, gelernter Rettungsschwimmer, will für Ordnung und Sicherheit sorgen. In Perspektive denkt er an Eintrittspreise für das Betreten einer umzäunten Badestelle.

01. August 1997 Die Lehnitzer Sanitär- und Heizungsfirma von Volkmar Merbold begeht ihr 20jähriges Jubiläum. Mit „Trabi“ und Hänger fing alles klein an. Aufträge gab es genug, jedoch mangelte es bis 1990 an dem notwendigen Material. Nun hat die Firma drei Gesellen und ein Lehrling. „Wir wollten gar nicht so groß werden“, sagt der Chef.

09. August 1997 Die Siedlersparte 34 e.V. Lehnitz feiert mit einer Festveranstaltung auf dem Siedlergrundstück Kurzer Weg 6 ihr 50jähriges Bestehen. Dazu eingeladen sind auch Nichtmitglieder. Der LKK, die beiden Lehnitzer Chöre, die Lehnitzer Schützenvereine und eine Disco sorgen für Unterhaltung. Verdiente Mitglieder werden mit Urkunde und Pokal durch die Vorsitzende Elli Lenz geehrt.

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Rolf Kulmey (Bild-Mitte) überreicht Elli Lenz (Vereinsvorsitzende) den Pokal

01. September 1997 Die Friseurmeister Brigitte und Josef Kühnel begehen ihr 50. Berufsjubiläum. Beide haben 1947 bei einem gestrengen Meister ihre Lehre begonnen. Eigentlich wollt e Josef Kühnel Musik studieren, aber dafür fehlte das Geld. Die Ehe wurde 1958 geschlossen und im gleichen Jahr übernahmen sie das Geschäft in Lehnitz. In den letzten 40 Jahren haben die Kühnels mehr als dreißig Lehrlinge ausgebildet.

Oktober 1997 Nach umfangreicher baulicher Sanierung und Modernisierung kann das Kulturhaus ‚Friedrich Wolf’ von den Lehnitzern nun wieder genutzt werden. Bereits am 04. Oktober findet hier das Stiftungsfest der ‚Lützowschen Jäger’ statt. Zwei Tag vorher spielt eine der erfolgreichsten und beliebtesten Bands des „Ostens“, die Band „Engerling“, mit ihrem typischen deutschsprachigen „Bluesrock“ im Saal. Die ALDI Verkaufsstelle in Lehnitz ist auf ihren neuen Standort in der Oranienburger Lehnitzstraße gezogen. Damit verließen auch die mobilen Läden vor dem ALDI-Markt diesen beliebten Handelsort. Besonders bedauerlich ist für viele Lehnitzer der Weggang des „Broilermannes“.

01. Oktober 1997 Auf zwei Jahrzehnte Selbständigkeit mit einem Malerbetrieb kann der Malermeister Klaus Prosetzky zurück blicken. Vor Arbeit konnte sich das Unternehmen bis 1990 nicht retten, jedoch gab es Probleme mit dem Stundenlohn (1,86 Mark) und dem Arbeitsmaterial. Heute zählt die Firma elf Beschäftigte und zwei Praktikanten. Und der Stundenlohn liegt auch wesentlich höher!

17. Oktober 1997 Pilzsammler bewegen sich auf dem Standortübungsplatz der Bundeswehr auf äußerst gefährlichem Gelände lässt der Standortälteste in der Presse verlautbaren. Auf dem Schießbahngelände wird mit scharfer Munition geschossen.

28. November 1997 Die Wasserschutz-Station Lehnitz ist aus ihrem jahrzehntelangen Domizil in der Magnus-Hirschfeld-Straße ausgezogen. Obwohl der Dienstsitz nun in Oranienburg ist, wird sie ihren bisherigen Namen beibehalten.

19. Dezember 1997 Vier Bands spielen zum dritten Oranienburger Rockfestival im Kulturhaus ‚Friedrich Wolf’ auf. Die Rockbegeisterten können eine bunte Mischung verschiedener Musikstile hören.

05. Januar 1998 Das alte Hubtor der Lehnitz Schleuse muss saniert werden. Die 60 Tonnen schwere, zwölf Mal elf Meter große Torwand wird komplett mit der darüber befindlichen Brücke ausgetauscht. Die gesamte Elektrik und die Maschinenanlage erfahren ebenfalls eine Erneuerung. Hauptauftragnehmer Krupp will die Arbeiten bis zum 20. März fertig stellen.

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26. Januar 1998 Mit dem Verlegen der Bordsteine beginnt der Ausbau des Forstringes. Geplant ist der grundhafte Ausbau der Straße, die dann eine Bitumdecke erhält. Die Seiten erhalten einen Gehweg bzw. Sickermulden. Auf die Anlieger kommen 20% der Kosten zu.

Einwohnerstatistik für das Amt Oranienburg-Land. Lehnitz: Seit 1993 stieg die Zahl der Einwohner von 2076 auf 2335 (Zuwachs von 12,5%). Das Bauamt genehmigte 42 Wohnungsbauten.

02. Februar 1998 Nach den Bodenrichtwerten 1998 kostet der Quadratmeter Bauland in Lehnitz 210 DM. Zum Vergleich: Birkenwerder=210-310; Glienicke=330-450; Hohen Neuendorf=210-320; Oranienburg=90-370.

12. Februar 1998 OGA: „Eine Bürgerwehr muss her – Brandstiftung und Vandalismus versetzen Bürger in Unruhe“. Brandstiftungen, zerschnittene Autoreifen und Einbrüche finden gehäuft in der Dianastraße statt. In ganz Lehnitz gibt es vermehrt Einbrüche und Brände, die offensichtlich gelegt sind.

18. Februar 1998 Spätestens im November diesen Jahres soll das zentrale Abwassernetz fertig sein. Ab April beginnen die Arbeiten für die Erschließung des Nordgeländes.

25./26. Februar 1998 In dieser Nacht muss die FFw drei Mal ausrücken, um Brände am Meisensteg und in Heinrich-Heine-Allee zu löschen.

28. Februar 1998 Für die über 70 Aktiven des LKK ist es der letzte Auftritt von insgesamt 16 Sitzungen in die Session. Alle Veranstaltungen waren ausverkauft. Nach den Sommerferien beginnen die Vorbereitungen für die kommende 5. Jahreszeit in Lehnitz.

März 1998 Nach einer Umfrageaktion unter den Anwohnern im Forstring favorisieren diese die Eberesche als Straßenbaum, 74% der Befragten lehnen den geplanten kombinierten Geh- und Radweg ab, sie plädieren nur für einen Gehweg. Die Gemeindevertreter hatten sich aus ökologischen Gründen für Birken als Straßebäume entschieden. Bei einer Umfrage zum Ausbau der Lehnitzer Verbindungsstraße zur B 273 hat sich eine Mehrheit für den Ausbau mit Verkehrseinschränkungen (30Kmh, Überholverbot, Lkw-Verbot über 2,8 Tonnen) entschieden.

15. März 1998 In der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte stellt der Literaturkreis in einem Vortrag von Christel Berger so genannte „Wende-Literatur“ in Form von drei Prosawerken des 1947 geborenen Lyrikers Thomas Rosenlöcher vor.

16. März 1998 Nach zweieinhalb Monate Sanierung öffnet die Schleuse Lehnitz wieder ihre Schleusentore für die Schifffahrt.

18. März 1998 Gegen 17 Uhr wird auf die Poststelle an der Friedrich-Wolf-Straße 14 ein Raub verübt. Der Täter verschwand mit der Kasse.

04. April 1998 Der Lehnitzer Maler Horst Baudisch zeigt in der Oranienburger Galerie ‚Unicat’ Bilder der vergangenen 20 Jahren seines Schaffens. Neben der Klarheit und Harmonie ist die Ausführung im Stil des Konstruktivismus bemerkenswert. Häuser, Landschaften und Menschen in dreieckigen und anderen geometrischen Formen. Das stand im Gegensatz zum verordneten Stil des sozialistischen Realismus, so dass Baudisch’s Bilder in der DDR verpönt waren.

Im Kulturhaus Friedrich Wolf findet die erste Jugendfeier dieses Jahres statt. Schick herausgeputzt, etwas aufgeregt traten die 19 Jugendlichen auf die Bühne, um ein Buch, Blumen und Gratulationen in Empfang zu nehmen. Eine Stunde lang wurden die Anwesenden mit klassischer und moderner Musik, Rezitationen und Liedern unterhalten. Schauspielerin Karin Kellermann-Bräuning begrüßte die Jugendlichen mit „Hi, Fans“ und versorgte sie mit Lebensweisheiten, Glückwünschen und gutgemeinten Worten.

25./26. April 1998 Insgesamt 130 Delegierte aus fünfzig ostdeutschen „Dritte-Welt-Läden“ treffen sich im Bungalowdorf am Lehnitzsee (ehemaliges Touristik-Zentrum), um in sieben Arbeitsgruppen über die Zukunft, Aufgaben und Chancen ihrer Läden zu beraten.

Mai 1998 Die Bauarbeiten der letzten Etappe der umstrittenen Abwasserkanalisation haben in Lehnitz-Nord begonnen. Für etwa 1,5 Millionen DM werden rund 3260 Meter Kanalisation verlegt. Mit der Fertigstellung dieses Abschnitts sind 95% der Straßen bzw. 99% der Einwohner angeschlossen.

17. Mai 1998 Zum Tag der offenen Tür in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte strömen ca. 70 Menschen in das letzte Wohnhaus des Schriftstellers, um mehr über dessen bewegtes Leben zu erfahren. Wolf schrieb rund 30 Dramen, Romane und über 100 Erzählungen. Er war Vater von sieben Kindern. Höhepunkt des Tages war eine Lesung mit Waltraut Lewin, dem österreichischen Schriftsteller Arthur West und Markus Wolf zum Rahmenthema Israel. Dabei liest M. Wolf Passagen aus dem jüngst erschienen Sammelband „Mein Israel“.

05. Juni 1998 Der 1988 erstmals veranstaltete Friedrich-Wolf-Gedenklauf soll in der Gemeinde zur Tradition werden. Darum wird er im Rahmen des Schulsportfestes auf drei unterschiedlichen Strecken zur Friedrich-Wolf-Gedenkstätte gelaufen.

15. Juni 1998 Mit der Bauabnahme ist die Gesamtsanierung des Kulturhauses ‚Friedrich Wolf’ nach zwei Jahren abgeschlossen. Sie kostete insgesamt 1,3 Millionen DM. Die Gemeinde investierte an Eigenmitteln 820.000 DM.

19. Juni 1998 Die Gemeinde stellt 15.000 DM unter der Rubrik „Unterstützung der Vereine“ in ihrem Haushaltsplan eingestellt.

10. Juli 1998 Aus dem Lehnitzsee hat Anglerfreund Gerhard Richter eine Schmuckschildkröte von der Südsee geholt. Nun bekommt der Exot ein neues Zuhause im Naturschutzpark Zepernick.

28. Juli 1998 Bauabnahme im Forstring und Adlerweg. Von Buckelpisten haben sich beide zu ausgebauten Straßen mit Bitumdecke gemausert. Gehwege und Versickerungsmulden auf jeweils einer Seite. Insgesamt hat der Straßenbau 400.000 DM gekostet.

20. August 1998 Volker Rühe, Bundesverteidigungsminister, signiert anlässlich eines Besuchs auf dem Schießplatz Lehnitz eine Kartusche. Sie soll für einen guten Zweck versteigert werden.

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29./30. August 1998 Die Kameraden der FFw Lehnitz begehen gemeinsam mit der Schützenbruderschaft Lehnitz ihr 75jähriges Bestehen. Nach dem Fest der 21 aktiven Mitglieder, ihren Angehörigen und Gästen am Freitag gibt es am nächsten Vormittag einen Umzug der Kameraden mit der Schützenbruderschaft, historischen Feuerwehrfahrzeugen und zahlreichen Gastvereinen. Als dienstältester Feuermann wird Arno Pöllny geehrt. Während des Volksfestes ertönen um 15.31 Uhr die Pieper der Kameraden. Am Adlerweg/Ecke Forstring ist bei Erdarbeiten eine Bombe gefunden worden. Nach drei Stunden kann der herbei gerufene Bergungsdienst Entwarnung geben. Eine Bombe mit Sprengstoff, aber ohne Zünder! Das Fest geht mit nachdenklichen Mienen weiter.

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8. September 1998 Am 2. Lehnitzer Umwelttag sammeln die zahlreichen Helfer bei einer sechsstündigen Reinemacheaktion 3,5 Tonnen Müll. Dabei lernten sich Lehnitzer Bürger und „Bürger in Uniform“ besser kennen.

20. September 1998 Die Schriftstellerin Elfriede Brüning, geboren 1910, liest in der ‚Friedrich-Wolf-Gedenkstätte’ aus ihrer Autobiografie „Und außerdem war es mein Leben“. Nach ihrer Haft wegen Hochverrats im Jahre 1935 durfte sie nicht mehr veröffentlichen. Erst in der DDR ist sie zu einer vielgelesenen Autorin geworden. Bei Literaturwissenschaftler und Kritikern galt sie als kleinbürgerlich, weil sie vornehmlich Liebe, Tod, Einsamkeit und Krankheiten thematisierte. Jetzt gehört sie zu den wenigen Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts.

27. September 1998 Bundestags- und Kommunalwahlen. Bundestagswahl: Die SPD erhält in Lehnitz bei den Erst- und Zweitstimmen mit Abstand die meisten Stimmen. Wahlen zur Gemeindevertretung: SPD=1588; PDS=752; CDU=536; Grüne=246; F.D.P.=55; BFL=994; Fraktion Unabhängige (FU)=503. Sitzverteilung: SPD=4; BFL=3; PDS=2; CDU=1; FU=1; Grüne=1.

30. September 1998 Nach dem grundhaften Ausbau des Birkenwerderweges und der Verbindungsstraße nach Borgsdorf sind die Straßen für den Verkehr wieder frei.

11. Oktober 1998 Stichwahl zum ehrenamtlichen Bürgermeister: Gerd Baer=615; Siegfried Graf=493. Gerd Baer ist wieder Bürgermeister.

22. Oktober 1998 Bei einem Einbruch in der Märkischen Kaserne wird die Soldkasse mit 10.000 DM gestohlen.

19. November 1998 Der Kulturminister des Landes Brandenburg, Steffen Reiche, liest in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte anlässlich des 110. Geburtstages von Friedrich Wolf aus dessen Erzählungen.

28. November 1998 Die Weser-Singers feiern ihr 10jähriges Bestehen mit viel Musik und Gesang im Oranienburger Schloss. Annedore Weser gründete 1988 die Gruppe mit Kindern und Jugendlichen im Alter von acht bis 13 Jahren. 150 Gäste sind zum Festprogramm erschienen.

01. Dezember 1998 Nach siebenmonatiger Bauzeit eröffnen Marion und Rainer Huber ihr Café Rondell.

16. Dezember 1998 Bericht des Werkleiters des Eigenbetriebes Rüdiger Kaddatz: Die Gemeinde Lehnitz ist einer der ersten Orte im Kreis Oberhavel, der auf eine nahezu lückenlose Abwassererschließung verweisen kann. 99% der Lehnitzer Einwohner wurden an das 17 km lange Abwassernetz angeschlossen. Der Anlagewert des Eigenbetriebes beläuft sich auf 27 Millionen DM.

31. Dezember 1998 Lehnitz hat 2406 Einwohner. Das bedeutet eine relativ hohe Bevölkerungsdichte von rd. 205 Einwohner pro Quadratmeter.

21. Januar 1999 Die Gemeindevertreter beschließen ein neues Verkehrskonzept. Danach ist für alle Straßen mit Ausnahme der Landes- und Kreisstraße sowie der Friedrich-Wolf-Straße Tempo 30 Kmh beschlossen.

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Auf dem ehemaligen ALDI-Standort soll ein Geschäftshaus entstehen

02. Februar 1999 Die Gemeinde Lehnitz wird als 100. Mitglied im ‚Fremdenverkehrsverein Oranienburg’ aufgenommen.

24. März 1999 Nach zehn Tagen Umbau können die Kameraden FFw Lehnitz ein neues Einsatzleitfahrzeug vom Typ Mercedes in Betrieb nehmen. Es ist das einzige dieser Art im Bereich des Amtes Oranienburg-Land.

25. März 1999 Die Gemeindevertretung beschließt, nahe der Bundeswehr-Kaserne einen Handwerkerpark anzusiedeln. Elf mittelständische Betriebe sollen auf jeweils 1000 Quadratmeter großen Grundstücken Platz finden.

03. April 1999 Osterfeuer mit Hindernissen! Wegen der drohenden Waldbrandgefahr blieb der aufgetürmte Reisighaufen am Weißen Strand zunächst unangezündet. Bei den Besuchern gibt es viele enttäuschte Gesichter. Stattdessen erwärmt das Hennigsdorfer Blasorchester die Gemüter. Getränke, Würste und der Gesang des Männerchor Lehnitz lassen die Stimmung trotzdem ansteigen. Die Kinder toben im Sand. Nach den letzten Klängen passiert es dann: Plötzlich brennt der Reisighaus „irgendwie“ und die FFw, die bis dahin nicht zu sehen war, rückt mit Blaulicht und Martinshorn an, um das Feuer sofort zu löschen. Es bleibt ein trauriger, halbverkohlter Holzrestehaufen zurück.

17. Mai 1999 Die Friedrich-Wolf-Gedenkstätte lädt zum einem Tag der offenen Tür ein. Zu Gast ist u.a. der Berliner Schriftsteller Heinz Knobloch. Die Besucher genießen die Musik des Hennigsdorfer Blasorchesters, Kuchen und Wein und erfreuen sich an der Lesung des Schriftstellers Knobloch.

20. Mai 1999 Zur Vorbereitung des 650. Jubiläums der Gemeinde hat sich eine zeitweilige Arbeitsgruppe bestehend aus Bgm. Gerd Baer (SPD), Siegried Graf und Bärbel Recker (beide BfL), Joachim Gröhler (Unabhängige), Manfred Ulack und Marianne Zoll (beide PDS) gebildet.

24. Mai 1999 Markus Wolf, Sohn von Friedrich Wolf und ehemaliger MfS-General, hat in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte aus zwei seiner verfassten Bücher gelesen. Mehr als 80 Interessierte sind zur Lesung im Garten der Gedenkstätte gekommen. Zum Zusammenbruch der DDR sagt er: „War die Aufgabe falsch gestellt oder war der Lösungsweg falsch?“ Es kommt zu einer erhitzten Diskussion über die Gründe des Scheiterns der DDR.

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Sohn und Vater

13. Juni 1999 Zu den Europa-Wahlen gib es in Lehnitz folgende Ergebnisse: SPD=194 (28%), CDU=177 (25,5%), PDS=223 (32,2%), Bündnis 90/Grüne=43 (6,2%), FDP=15 (2,2%), Republikaner=11 (1,6%), NPD=5 (0,7%). Wahlbeteiligung=1964 (35,5%)

18. Juni 1999 Zur Abschlussveranstaltung der Brandenburgischen Seniorenwoche im Landkreis Oberhavel weilte die beliebte Sozialministerin Regine Hildebrandt im Kulturhaus „Friedrich Wolf“. Nach dem Programm meinte sie u.a. in ihrer Rede: „Also, hier ist ja was los!“

23. Juni 1999 Pressegespräch in der Bundeswehr-Kaserne Lehnitz. Seit 1991 wurden in der Märkischen Kaserne 42 Millionen DM verbaut. In den nächsten fünf Jahren sollen noch 58 Millionen DM hinzu kommen.

09. Juli 1999 Einweihungsfeier des öffentlichen und Schulsportplatzes. 1997 begannen die vorbereitenden Arbeiten für die Sicherung der Finanzierung, die Planung und die Baudurchführung des Sportplatzes.

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05. September 1999 Ergebnisse der Landtagswahlen. SPD=34,0%; CDU=23,7%; PDS=26,3%; Freie Wähler=20,6%; Bündnis90/Grüne=3,5%; FDP=2,0%. Wahlbeteiligung=56,3%

07. September 1999 Vor dem Landgericht Neuruppin muss sich der ehemalige Lehnitzer Feuermann Jürgen Sch. wegen neunfacher Brandstiftung in den Jahren 1994 bis 1999 verantworten. Frust über die Arbeitslosigkeit, Protest und Einsamkeit waren seine Motive.

09. September 1999 An 3. Umwelttag herrscht reges Treiben. Hort- und Schulkinder, Einwohner und Soldaten der Märkischen Kaserne sind zum Aufräumen und zur Verschönerung des Ortes im Einsatz. Am so genannten Dackelbad werden für fußmüde Wanderer Bänke aufgestellt.

11. September 1999 „Hommage an Lyonel Feininger“ überschreibt der Lehnitzer Maler Horst Baudisch seine Ausstellung in der Galerie Waldhof in Birkenwerder. Entsprechend bestimmen klare Strukturen und Formen die Bilder des Künstlers. Auch Einflüsse abstrakter und kubistischer Kunst kann man entdecken. Baudisch, 1938 geboren, lebt seit 1988 in Lehnitz.

14. Oktober 1999 Im Lehnitzsee werden drei Tonnen Fische vom Anglerverband ausgesetzt. Hunderte Karpfen tummeln sich im Wasser. Sie sollen im nächsten Jahr als fette Beute am Haken hängen.

24. Oktober 1999 In der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte spricht und diskutiert Egon Bahr über seine jüngsten Bücher und aktuelle Fragen. Die Zuhörer finden kaum Platz, so viele sind gekommen. Zur Einführung der DM in der ehemaligen DDR erzählt er eine Episode von Lambsdorff zum Kanzler Kohl: „Wenn wir im Juli die DM einführen, hat das so katastrophale Folgen, dass wir die Wahlen im Frühjahr 1991 nicht mehr gewinnen können.“ Darauf wurden die Wahlen auf den Spätherbst 1990 vorgezogen.

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30. Oktober 1999 Unter der Webadresse www.lehnitz.de ist Lehnitz über das Internet aus jedem Winkel der Welt zu sehen. Im Vorfeld der 600-Jahrfeier hat die Werbeagentur „Medienfabrik“ von Frank Schulz die Homepage mit Informationen zur Geschichte, Sehenswürdigkeiten, Gastronomie und Wirtschaft ins world wide web gestellt. Im Café Rondell kann man die ersten Kalender für das Jubiläumsjahr 2000 mit historischen Ansichtskarten aus Lehnitz erwerben.

01. November 1999 140 Soldaten aus der Märkischen Kaserne werden für sechs Monate zum KFOR-Einsatz in den Kosovo verabschiedet.

11. November 1999 Statt der üblichen Tagesration von 40 bis 60 Pfannkuchen bäckt die Bäckerei Knape heute gleich 500 Stück. „Aus gutem Hefeteig mit viel Eiern, um den berühmten Eierrand hinzukriegen“, sagt Wolfgang Knape dem Oranienburger Generalanzeiger.

 

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03. Dezember 1999 Nach umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten wird die „Heimatstube“ des Kulturhauses mit einer kleinen Feier eröffnet. Ihren Namen hat sie von den großformatigen Reprografien historischen Ansichtskarten. Genutzt werden kann der große Raum für private und öffentliche Veranstaltungen.

07. Dezember 1999 Mit genau 341 Unterschriften tauchten 13 Lehnitzer Kita-Kinder, ihre Erzieherinnen und Eltern im Straßenverkehrsamt Oranienburg auf. Ihre Forderung: Drei zusätzliche Zebrastreifen an gefährlichen Straßenübergängen.

09. Dezember 1999 Hans Coppi, Sohn der ermordeten Widerstandskämpfer Hilde und Hans Coppi, und Geertje Andresen stellen in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte ihren herausgegebenen Band „Dieser Tod passt zu mir – Harro Schulze-Boysen, Grenzgänger im Widerstand“ vor. Hans Coppi hat nach dem Tod seiner Eltern einige Monate als Baby in Lehnitz im heutigen Hilde-Coppi-Weg bei seinen Großeltern gelebt.

08. Januar 2000 Im voll besetzten Saal des Kulturhauses wird das 600. Jubiläumsjahr der Gemeinde mit einer Festveranstaltung eröffnet. Das Hennigsdorfer Blasorchester, die Weser-Singers und die beiden Lehnitzer Chöre sorgen für die musikalische Umrahmung. Als Uraufführung bringen die Lehnitzer Chöre die „Lehnitz-Hymne“ (Musik: Andreas Bicking; Text: Marianne Kabus). Ortschronist Bodo Becker referiert über Lehnitzer Persönlichkeiten der letzten hundert Jahre. Bataillonskommandeur Lindhorst übermittelt die Glückwünsche der Bundeswehr.

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15. Januar 2000 Mit der Generalprobe für die Senioren eröffnen die Lehnitzer Karnevalisten ihre 17. Session.

Februar 2000 In einem gemeinsamen offenen Brief fordern der Kita- und Hortausschuss der Gemeindeverwaltung den Regierungschef Manfred Stolpe auf, von geplanten Kürzungen im Bereich der Kinderbetreuung Abstand zu nehmen. Für Lehnitz hätte eine Reduzierung der Landeszuschüsse zur Folge, dass ca. 20 Kinder der 5. und 6. Klassen aus der Betreuung herausfallen würden.

15. Februar 2000 Der Verein „Lebenhilfe“, seit 1992 Träger der „Villa Sonnenschein“, startet mit drei symbolischen Spatenstichen einen Erweiterungsbau, so dass insgesamt 25 Bewohner in Einzelzimmern Platz finden. Der Neubau soll im November beziehbar sein.

05. März 2000 „Antenne Brandenburg“ sendet live aus dem Kulturhaus „Friedrich Wolf“ die Sendung „Frühschoppen“, die zu Gast beim LKK ist. Ein Teil des Veranstaltungserlöses kommt der „Villa Sonnenschein“ zugute.

März 2000 An zwei Wochenenden findet die Ausstellung „Lehnitz in alten Karten und Ansichten“ statt. Zusätzlich gibt es einen Dia-Vortrag über historische Persönlichkeiten des Ortes.

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05. April 2000 Die 85-jährige Wanda Kroker strickt Pullover für ukrainische Waisenkinder. Damit unterstützt sie eine Aktion, die Kindersachen für die Ukraine sammelt und dort hin bringt. Seit 50 Jahre wohnt sie hier in Lehnitz. Ihre ursprüngliche Heimat war ein Dorf in der Nähe des polnischen Lodz. Mit den Worten „wie scheen das war“ erinnert sie sich an ihre Kindheit.

14.-16. April 2000 Zu einer Ausstellung lädt die AG „Geschichte und Konversion“ mit dem Thema „Luftkrieg im Großraum Oranienburg“ in das Kulturhaus „Friedrich Wolf“ ein. Gezeigt werden u.a. Luftbilder, die nach der Bombardierung von Oranienburg und Lehnitz aufgenommen wurden.

12. Mai 2000 Im Rahmen des Jubiläums-Jahres wird im Gemeindehaus in der Florastraße die Ausstellung „Kirche und kirchliches Leben in Lehnitz“ eröffnet. Sehen kann man u.a. Fotos und Dokumente zum Bau und Einweihung des Gemeindehauses im November 1954.

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22. Mai 2000 Mit zehn Booten des Wassersportclubs Lehnitz starten 70 Bundeswehr-Angehörige in die Fluten des Lehnitzsees. Die Bootsfahrt ist ein Höhepunkt und zugleich Abschluss der Familienbetreuung von Soldaten im Kosovo—Einsatz.

27. Mai 2000 Anlässlich des Jubiläumsjahres findet ein Sportfest in historischen Kostümen der Lehnitzer Grundschule statt. Mit berühmten Figuren aus 650 Jahre Geschichte ging das sportliche Treiben über die Bühne. Ritter, Kurfürstinnen, Narren und Cleopatra sind nur einige von ihnen. Dazu gehören Stepdance, Fußball und lustige Staffelläufe. Alle Teilnehmer gewinnen Preise.

Feierliche Grundsteinlegung für die neue Feuerwache am Mühlenbecker Weg. Für den Bau sind 1,1 Millionen DM beantragt. Mit drei Hammerschlägen besiegelt Amtsdirektor Wienecke die Grundsteinlegung.

07. Juni 2000 Eine in sechs Metern Tiefe liegende 500-Kg-Bombe wird auf dem Grundstück Havelkorso 19 entschärft. Etwa 2000 Lehnitzer und Oranienburger Bürger müssen den Sperrkreis verlassen. Kurz nach 14.00 Uhr ist die Entschärfung vollzogen.

14. Juni 2000 Richtfest beim Neubau an der „Villa Sonnenschein“. Jens legt ein Bahnhofsfoto in die Kartusche, Brita ein Bild, Elke einen Brief, Dirk ein Sparschwein… Jeder der Bewohner der „Villa Sonnenschein“ will der Nachwelt etwas hinterlassen, das zu ihm passt. Die Hülse mit den vielen Dingen wird aus Anlass des Richtfestes in das Mauerwerk eingelassen.

14.-16. Juli 2000 Festwochenende am Weißen Strand. Drei Lehnitz Diskjockeys Falkenberg, Longardt und Käding sorgen für heiße Rhythmen und Stimmung jeweils von 19 bis 23 Uhr in der warmen Sommernacht. Die Lehnitzer Chöre, das Hennigsdorfer Blasorchester, die Weser-Singers und der LKK sind zu sehen und zu hören. Höhepunkt des Sonnabends ist das Konzert von Veronika Fischer mit Band, das an die Tausend Fans begeistert. Von 23 bis 23.30 Uhr führt der Lehnitzer Wassersportclub ein Bootskorso durch. Abschluss des Abends ist ein Höhenfeuerwerk über den See. Am Sonntag findet ein Volleyballturnier statt.

19. Juli 2000 Schüler gestalten eine Ausstellung zur Geschichte ihres Ortes und der Schule. Dafür erforschten sie die Geschichte alter Gebäude, erarbeiteten eine Schulchronik, erkundeten Berufe im früheren Lehnitz. Das alles ist anschaulich auf Wandzeitungen mit Texten und Fotos dargestellt. Zusätzlich gibt es gebastelte Plastiken. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Präsentation der Schule im Internet.

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27. Juli 2000 Die Gemeindevertretung beschließt den Ausbau der verlängerten Magnus-Hirschfeld-Straße bis zur B 273. Die Fahrbahn soll auf 4,50 Meter verbreitert werden. Für die Feuerwehr soll am Ende eine Umfahrung mit einer verschließbaren Schranke geschaffen werden. Dagegen diese Verschließbarkeit wendet Ortswehrführer Rainer Huber. Mit einer Schranke sieht er den Einsatz der Fahrzeuge behindert.

30. Juli 2000 Für drei Wochen nehmen russische Kinder an einem Sprachcamp in Lehnitz teil. Initiiert vom Berliner Verein „Kinder für Kinder“ lernen 17 Jugendliche aus Istra in der Nähe von Moskau die deutsche Sprache. Sie übernachten in den leeren Klassenräumen der Schule.

03.-06. August 2000 Die Weser-Singers treten unter dem Motto „Fremde werden Freunde“ als Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge bei der Expo 2000 in Hannover vor rund 2200 Zuschauern auf. Höhepunkt ist ein Auftritt auf dem Opernplatz mit dem Lied „Wir machen Frieden“.

11. August 2000 Über den Neubau der Feuerwache wird die Richtkrone aufgezogen. Zahlreiche Ehrengäste und die Kameraden der FFw begrüßen und begießen das freudige Ereignis. Mit einer Investitionssumme von 1,25 Millionen DM entstehen 522 Quadratmeter Nutzfläche.

18. August 2000 Hans-Joachim Gröhler von Freundeskreis der CDU zeigt die Möglichkeiten für Lehnitz nach den am 11. Juli von der Landesregierung veröffentlichten „Leitlinien für die Entwicklung der Gemeindestruktur“ auf: S-Bahn-Gemeinden oder Oranienburg. Die CDU tendiert zu den S-Bahn-Gemeinden.

08. September 2000 Im Kulturhaus „Friedrich Wolf“ findet ein Rock-, Punk- und Hip-Hop-Konzert gegen rechte Gewalt statt. Sechs Bands machen ihre Musik gegen rechte Gewalt und Fremdenfeindlichkeit in Brandenburg.

11. September 2000 Wegen des Verdachts einer Bombe wird das Einfamilienhaus abgerissen. Bis zum Abend bleibt von dem Haus kaum etwas übrig. Vor dem Verwaltungsgericht hatte die Eigentümerin Jutta B. gegen die Abrissverfügung der Amtsverwaltung geklagt. Es kam zu einem Vergleich, nach dem die Eigentümerin ihre Zustimmung zum Abriss gibt und die Kosten das Land Brandenburg übernimmt. Nach zwölf Tagen findet man in 3,5 Meter Tiefe eine 10-Zentner-Bombe ohne Zünder, so dass eine Entschärfung nicht mehr notwendig ist.

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30. September 2000 Zum Auftakt der Festtage zum Ortsjubiläum findet ein historischer Festumzug durch den Ort statt. Zum Beginn erinnern die Bänkelsänger der Grundschule an die Gebrüder Grütter, die Brotversorgerin Minna Selicke und weiteren historischen Persönlichkeiten und Begebenheiten. Auch der historische Festumzug, organisiert von den Vereinen, Gewerbetreibenden und vielen Lehnitzern, greift die Geschichte auf. Zu sehen sind u.a. die Gebrüder Grütter, Minna Selicke, Waldarbeiter, Sommerfrischler um die Wende zum 20. Jahrhundert, der Fährmann über den Oder-Havel-Kanal und die Frauen vom Schulbau 1944. Etwa eine Stunde dauert die Reise durch die Lehnitzer Geschichte. Am Abend endet der 1. Festtag mit einem Fest- und Schützenball.

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Elli Lenz und ihre bunten Siedler im Zug

01. Oktober 2000 Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Familie. Ab 10.00 gibt es buntes Treiben mit Spaß und Unterhaltung auf dem Freigelände am Kulturhaus. Für die jungen Besucher gibt es ein historisches Kinderfest. Die älteren Besucher können den Pokal des Bürgermeisters ausschießen. Um 14.00 Uhr lädt die Geschichtswerkstatt zu einer „Lesung aus alten Schriften über Lehnitz“ ein. Anschließend tauschen die anwesenden Senioren Lehnitzer Lebenserinnerungen und Histörchen aus. Für die Kinder schließt der Festtag mit einer Fahrrad-Rallye. Ab 16.00 Uhr werden die Gewinner aller Wettbewerbe bekannt gegeben.

02. Oktober 2000 Um 18.30 Uhr setzt sich ein Fackelzug zum Weißen Strand in Bewegung. Nach Einbruch der Dunkelheit bewundern alle Teilnehmer ein Höhenfeuerwerk über den Lehnitzsee.

03. Oktober 2000 Am letzten Festtag zeigen die Lehnitzer Chöre, der LKK und Schüler der Grundschule während des ‚Musikalischen Frühschoppen’ ihr gesangliches Können. DJ Rainer Falkenberg füllt mit Musik die Lücken und führt nach 13.00 Uhr musikalisch weiter durch den Tag.

30.-31. Oktober 2000 „Im Verein ist es am Schönsten“ – unter diesem Motto steht eine Foto- und Textausstellung von acht Lehnitzer Vereinen aus den Jahren 1945 bis 2000. Lebendig und anschaulich gibt sie einen Einblick in die Geschichte der Lehnitzer Vereinskultur. Der Eröffnungsvortrag von Bodo Becker spannt den zeitlichen Bogen von 1895 bis 1933. Die Vereinsgeschichte beginnt 1895 mit dem ‚Grund- und Villenbesitzer-Verein Lehnitz e.V.’ und dem ‚Verein Wassersport Lehnitz e.V.’ Heute gibt es 14 Vereine im Ort.

30. November 2000 Freie Fahrt gilt wieder für die verlängerte Magnus-Hirschfeld-Straße in Richtung B 273.

11. Dezember 2000 Gründung des Lehnitzer Sport- und Spielvereins (SSV). Gründungsvater ist Stephan Kordecki, der sich gleichzeitig als 1. Vorsitzender bewirbt.

23. Dezember 2000 Gewissermaßen als Weihnachtsgeschenk für die Lehnitzer Feuerwehr findet die feierliche Einweihung der neuen Feuerwache statt. In Ausgeh-Uniform und mit vor Kälte roten Gesichtern stehen die Kameraden vor den Toren der neuen Wache und lauschen den Reden der Festgäste. In Anlehnung an die Fassadenfarbe erhält Wehrführer Rainer Huber den Schlüssel in „Schlüpferrosa“. Der stellvertretende Landrat Michael Ney stellt in seiner Rede mutig dar: „Lehnitz wird Lehnitz bleiben und auch künftig im Landkreis Oberhavel liegen!“

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Januar 2001 Jetzt wird’s ernst… mit der „Gemeindegebiets-Reform“! titelt das Bürger-Blatt der BFL und informiert über mögliche Zukunftsvarianten der Gemeinde Lehnitz im Ergebnis der vom Land angestrebten Reform. Das Ergebnis für die Lehnitzer Selbstverwaltung steht dabei fest: Die Gemeinde wird Teil einer größeren Verwaltungseinheit. Die AG der Lehnitzer Gemeindevertretung führt Gespräche mit den Bürgermeistern von Oranienburg und Hohen Neuendorf.

27. Januar 2001 Bürgermeister Gerd Baer gratuliert Gertrud Blumentritt zum 101. Geburtstag. Obwohl keine echte Lehnitzer Pflanze, gefällt es ihr in Lehnitz sehr gut.

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29. Januar 2001 Verteidigungsminister Rudolf Scharping stellt im Verteidigungsausschuss den Entwurf eines Reformkonzeptes vor, nach dem u.a. der Bundeswehrstandort in Lehnitz vollständig erhalten bleibt.

16. Februar 2001 Kurz vor Mitternacht müssen die Kameraden der FFw in die Breitscheid-Straße zu einem Hausbrand ausrücken. Nach 30 Minuten ist der Brand unter Kontrolle. Von dem alten Haus bleibt nur ein Schutthaufen übrig. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

20. Februar 2001 Die Gemeindebibliothek befindet sich nun in der Grundschule. Sie war aus der Märkischen Kaserne ausgezogen. Im vergangenen Jahr hatte die Bibliothek 276 Nutzer mit ca. 5000 Ausleihen.

10. März 2001 In der neuen Wache der FFw findet die erste Jahreshauptversammlung statt. Nach dem vorgestellten Jahresbericht rückte die Wehr im vergangenen Jahr 149 aus. 38 Einsätze dienten der Bekämpfung von Bränden. Für 15 Jahre Mitgliedschaft wird Gerd Baer geehrt; für 35 Jahre Mitgliedschaft Ilse Huber und für 45 Mitgliedschaft Arno Pöllny. Vizewehrführer Manfred Henschel informierte u.a. darüber, dass die Kameraden beim Bürgerentscheid am 24. Juni geschlossen „gegen einen Anschluss an die hoch verschuldete Stadt Oranienburg stimmen.“

28. März 2001 Ca. 200 Einwohner kommen zur Informationsveranstaltung der Gemeindevertretung zum Stand der Gemeindegebietsreform. Noch konnte man sich in der AG der Gemeindevertretung auf keine Reformvariante für Lehnitz entscheiden: 1. Zusammenschluss mit den ehemaligen Amtsgemeinden zu einer neuen Großgemeinde. 2. Anschluss an die Stadt Oranienburg. 3. Anschluss an die Stadt Hohen Neuendorf. Die Stimmung ist emotional aufgeladen. Vereine befürchten, das Kulturhaus nicht mehr günstig nutzen zu können; Antipathien gegen Oranienburg werden sichtbar; Neubürger bekunden ihr Unverständnis über die Streitfragen.

31. März 2001 Auf dem Parkplatz Friedrich-Wolf-Straße/Dianastraße gastiert für zwei Tage der Zirkus ‚Kunterbunt’. Für Lehnitz ist das eine absolute Zirkuspremiere. Entsprechend groß ist der Andrang der Kinder mit ihren Eltern. Mit einem lustigen Programm werden Zuschauer kurzweilig unterhalten und danken es den Artisten mit viel Beifall.

05. April 2001 Auf der Gemeindevertreter-Sitzung werden noch einmal die beiden Varianten Hohen Neuendorf oder Oranienburg vorgetragen und argumentativ diskutiert. Die Zählgemeinschaft, bestehend aus Bündnis 90/Grüne, SPD und CDU, tritt für Oranienburg ein. Heiner Klemp (Bündnis 90/Grüne) und Hans-Joachim Gröhler (CDU) haben sich für Hohen Neuendorf entschieden. Bürgermeister Gerd Baer (SPD) lehnt jede Eingliederung in eine Stadt ab. So lautet dann der Mehrheitsbeschluss (mit der Stimme von Baer!): Die Abgeordneten sprechen sich für die Eingliederung der Gemeinde in die Stadt Oranienburg aus. Die Würfel sind gefallen!

14. Mai 2001 Fahrschullehrer Thomas Schade kauft das Gebäude der ehemaligen Gemeindebibliothek am Birkenwerderweg. Ab Oktober soll der neue Fahrschulort in Betrieb gehen. Damit bleibt das Gebäude der „Volksbildung“ erhalten.

01. Juni 2001 „Hilfe ! Der Hort brennt!“ schallt es durch das Gebäude. Schnell verlassen die aufgeregten 62 Kinder das Haus und schauen vom sicheren Spielplatz auf das weitere Geschehen. Die FFw Lehnitz rückt mit Blaulicht und Martinhorn an und beginnt mit den Rettungs- und Löscharbeiten. Nun merken auch die staunenden Kinder, dass es sich um eine Übung handelt. Aus der rauchenden Küche wird ein Junge gerettet und behandelt.

 

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Ein Kamerad der FFw kümmert sich um den „Geretteten“ vor dem Hort

14. Juni 2001 Offizielle Eröffnung des Behindertenwohnhauses. In der Villa Sonnenschein leben mit dem im Dezember 2000 bezogenen Erweiterungsbau nun 25 Bewohner in komplett neuen oder renovierten Einzelzimmern.

24. Juni 2001 Die Lehnitzer Bürger haben sich mit überzeugender Mehrheit für einen Anschluss an die Stadt Oranienburg entschieden. Sie folgen damit einen gemeinsamen Aufruf der Gemeindevertreter von SPD, BFL, PDS und Unabhängige. Enttäuschung gibt es bei den Initiatoren (Heiner Klemp und Hans-Joachim Gröhler) der so genannten „Allianz für Lehnitz“, die sich für Hohen Neuendorf ausgesprochen hatten. Ab 1. Januar 2003 wird Lehnitz ein Stadtteil von Oranienburg sein.

29. Juni 2001 Seine Funktionen als Mitglied des Haupt-, Kultur- und Sozialausschusses (Vorsitz) legt Gemeindevertreter Hans-Joachim Gröhler (CDU) mit sofortiger Wirkung nieder. Er sieht sich im Vorfeld der Abstimmung persönlich diffamiert und von anderen Mitgliedern der Zählgemeinschaft in Stich gelassen.

18. Juli 2001 Nach zehn Jahren wird die Magnus-Hirschfeld-Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche zum Schuljahresende geschlossen. Zuletzt wurden nur 13 Schüler und Schülerinnen (Anfang der Neunziger 40) unterrichtet. Das war für den Landkreis Oberhavel zu wenig, um die Einrichtung zu erhalten.

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Stehend: Schulleiterin Alexandra Lorentz. Davor sitzend: Lehrerin Eva-Maria Saffert aus Lehnitz

18. August 2001 Der Kulturausschuss der Gemeindevertretung und der SSV Lehnitz veranstalten zwischen 10.00 und 15.00 Uhr ein Sportfest am Weißen Strand. Volleyball, Handball und Fußball können die Freizeitsportler spielen. Für die Kinder ist ein Trampolin aufgebaut.

04. September 2001 Vor dem Grundstück Havelufer 14 wird eine 500 Kg-Bombe amerikanischer Herkunft entschärft. 4000 Menschen in Lehnitz und Oranienburg-Süd den Sperrkreis für die 81. Bombenentschärfung verlassen.

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Sie hängt entschärft am Haken!

10. September 2001 Beginn des Ausbaus der Florastraße, die eine der wenigen noch unbefestigten Straßen in der Gemeinde ist. Der Ausbau wird voraussichtlich 550 000 DM kosten. Die Anlieger müssen davon rund 330 000 DM aufbringen.

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Florastraße, 1977

24. September 2001 Die „Lehnitzer Brücke“ über den Oder-Havel-Kanal ist für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. Notwendig ist eine Sanierung der Brücke auf Grund ihres maroden Bauzustandes. Das Bauwerk wird bis auf das Stahlskelett freigelegt. Für 12 Monate befindet sich Lehnitz verkehrstechnisch wieder in der Zeit zwischen 1945 bis 1957.

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Zustand Dezember 2001

28. September 2001 Das ehemalige Jugendhotel am Lehnitzsee (Jugendtourismuszentrum, 1973 gebaut) soll für 3 Millionen DM verkauft werden. Es besteht aus 41 Bungalows sowie drei Bettenhäusern.

Einstimmig beschließen die Gemeindevertreter ein Ausschreibung, nach die Schule zwölf Computer erhalten soll.

08. Oktober 2001 Der Oranienburger Bürgermeister, Hans-Joachim Laesicke, die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Hildegard Busse, sowie die Fraktionsvorsitzenden besichtigen die öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde, u.a. das Kulturhaus, die Schule und den Hort, den Sport- und Spielplatz, das Kita-Gebäude und die neue Feuerwehrwache. In der anschließenden Auswertung beurteilt man den Zustand der Einrichtungen positiv.

15. Oktober 2001 In der ehemaligen Fahrscheinausgabe des Lehnitzer Bahnhofs eröffnen Andre und Bodo Zellmer einen kleinen SB-Shop für Zeitungen und Kleinartikel des täglichen Bedarfs. Außerdem gibt es einen kleinen Imbiss.

03. November 2001 „Lehnitzer Kalenderblätter“ lautet der Titel einer Lesung des Ortschronisten Bodo Becker im Kulturhaus „Friedrich Wolf“. Gelesen werden heitere und ernste Vorkommnisse aus dem Zeitraum von 1871 bis 1945. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von Manfred Ulack.

06. November 2001 Zum Umwelttag pflanzen Lehnitzer Schulkinder und Soldaten der Märkischen Kaserne in sechs Stunden 6000 Rotbuchen in einem Waldstück an der Beethovenstraße (heute Gebrüder- Grütter-Straße) und Heinrich-Heine-Allee. Sie kommen damit der Verpflichtung von Ersatzpflanzungen für die gefällten Bäume auf dem Areal des Handwerkerparks nach.

 

14. November 2001 Der ‚Frauenchor Lehnitz’ begeht im Café des Kulturhauses „Friedrich Wolf“ sein 25. Chor-Jubiläum. Nach einem kleinen Chorkonzert als Rückblick vergnügen sich die Anwesenden an einem „Hausfrauenbüffett“.

Aufgenommen 1999

15. November 2001 196 Soldaten der Märkischen Kaserne werden zu ihrem Einsatz in den Kosovo feierlich verabschiedet. „Kommen Sie, verdammt noch mal, wieder gesund nach Hause“, mit diesen Worten wendet sich Landrat Karl-Heinz Schröter an die Soldaten. Zugleich appelliert er an die Männer, ihren Dienst zwar gewissenhaft zu tun, aber „nicht Helden sein zu wollen“.

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Bürgermeister Gerd Baer überreicht zur Erinnerung an die Heimat ein Ortsschild

20. Dezember 2001 „Frieden allen Kindern dieser Welt“: Unter diesem Motto veranstaltet die Grundschule im kommenden Schulhalbjahr Projektwochen. Mit einer Lichterkette ab 20.00 Uhr von der Märkischen Kaserne bis zum Denkmal am Rondell werden die Projektwochen eingeleitet. Im Anschluss gibt es Bratwurst und Glühwein. Bereits um 17.30 Uhr findet die Weihnachtsfeier der Schule in der Märkischen Kaserne statt.

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18. Januar 2002 Zwölf PC stehen den Schülern, ein PC den Lehrern für die Einrichtung eines Computer-Kabinetts an der Schule zur Verfügung.

25. Januar 2002 Mädchen und Jungen der Schule haben für Schulkinder in Ghana gesammelt. Die Heilpraktikerin Christel Neubert-Thoms wird Buntstifte, eine Fotomappe und 200 Euro auf ihre Reise nach Ghana mitnehmen.

29./30. Januar 2002 Das Sturmtief „Jennifer“ zieht über Oberhavel hinweg und hinterlässt verletzte Menschen und große Schäden. Im Dauereinsatz fährt die FFw Lehnitz mit 22 Kameraden 80 Einsätze.

Februar 2002 Seit Tagen lässt das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde Schlamm und Sand aus dem Oder-Havel-Kanal bei Hennigsdorf baggern und mit Schuten zum Lehnitzsee bringen, um den Aushub hier zu verklappen. Die mit Bojen abgesteckte Fläche ist bis zu 18 Meter tief sein. Bis Mitte März sollen hier 30 000 Kubikmeter Kanalboden verschwinden. Nach jeder Verklappung erscheint ein öliger Film an der Oberfläche. Oranienburger und Lehnitzer Bürger sind besorgt über das Vorgehen und fürchten nachhaltige Schäden.

27. Februar 2002 Nach einem Protestmarsch der „Aktion Lehnitzsee“ vom Schloss zum tagenden Kreistag und einer emotionalen Debatte der Abgeordneten stellt Landrat Schröter am nächsten Tag beim Verwaltungsgericht Potsdam einen Antrag auf einstweilige Verfügung, um damit der Verklappung ein Ende zu bereiten.

img149 Bürgermeister Laesicke führt den Protestzug mit an.

01. März 2002 Im großen Saal des Kulturhauses wird feucht-fröhlich die neue Theke eingeweiht.

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V.r.n.l.: Rüdiger Kaddatz, Richard Wienecke, Gerd Baer, Helmut Kücken

07. März 2002 Mit einer Gegenstimme (Heiner Klemp, Bündnis 90/Grüne) haben die Gemeindevertreter dem von der Stadt Oranienburg und der Gemeinde Lehnitz ausgehandelten Eingliederungsvertrag zugestimmt. .

10. März 2002 Obwohl die Verklappung seit einer Woche eingestellt ist, hat die „Aktion Lehnitzsee“ um 14.00 Uhr zu einer Mahnwache am Lehnitzsee in Oranienburg und Lehnitz aufgerufen. Sie will damit den Druck auf die Verantwortlichen weiter anhalten. Rund 400 Bürger von Stadt und Gemeinde Mahnwache ein.

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26. März 2002 „Glück auf, Groß-Oranienburg“, sagt die Oranienburger Stadtverordnetenvorsteherin Angret Stransky, nachdem die Bürgermeister von Friedrichsthal, Germendorf, Malz, Lehnitz, Schmachtenhagen, Wensickendorf und Oranienburg ihre Unterschriften unter die Eingliederungsverträge gesetzt haben. Gerd Baer äußert sich dagegen skeptisch: „Wir werden sehen, was aus dem Zusammenschluss wird. Es ist schlimm, wenn man durch Verhandlungen mit der Stadt daran arbeitet, sich selbst abzuschaffen.“

Hans-Joachim Laesicke und Gerd Baer leisten ihre Unterschriften

11. Mai 2002 Ein Frühlingsfest mit Musik, Theater, Kunst und Literatur sowie kulinarischen Einlagen findet in der Gedenkstätte „Friedrich Wolf“ statt. Eröffnet wird eine kleine Ausstellung, die die Künstlerfreundschaft zwischen Friedrich Wolf und Conrad Felixmüller dokumentiert. Ab 16.00 Uhr liest Hermann Kant aus seinem neuen Roman „Okarina“ vor.

22. Mai 2002 Eltern und Erzieher der Kita haben eine Spendeaktion zur Neugestaltung des Spielplatzes gestartet. Hintergrund ist, dass die Fläche erheblich verkleinert werden musste und die Gemeinde ihre Finanzen in diesem Jahr vor allem für den Schulausbau geplant hat.

31. Mai-02. Juni 2002 Rüdiger Ulack hat die erste LAN-Party im Kulturhaus „Friedrich Wolf“ organisiert.

01. Juni 2002 Der erste Lehnitzer Wochenmarkt findet auf dem Parkplatz am Nordausgang des Bahnhofs statt. Das Angebot ist gut bei den Lehnitzern angekommen, so dass nun jeden Sonnabend Markttag sein soll.

07. Juni 2002 Zwölf Grundschüler haben am Mathematik-Wettbewerb der Berliner Humboldt-Universität teilgenommen. Drei von ihnen erweisen sich als wahre Rechenkünstler. Tom Hofmann, Phillip Kretschmer und Jonathan Philipp schnitten mit sehr gut ab.

07. Juli 2002 Günter Gaus, Politiker, Journalist und erster Ständiger Vertreter der BRD in der DDR, liest in der Gedenkstätte „Friedrich Wolf“ vor 130 Zuhörern aus seinen bislang unveröffentlichten Memoiren. „Nur über Pferde weiß ich noch mehr als über die DDR“, scherzt Gaus bei seiner persönlichen Vorstellung.

Markus Wolf bei seiner Einführung zu Günter Gaus

20. August 2002 Seit gestern wird an der Schleuse Spandau das Wasser in der Oder-Havel-Wasserstraße bis auf Höhe des Winterpegels gestaut. Diese Maßnahme wirkt sich auch auf den Lehnitzsee aus, so dass der Wasserpegel um 20 bis 25 Zentimeter ansteigen wird.

29. August 2002 Seit zwei Wochen vor den Ferien werden in der Schule Räume im Obergeschoss und das gesamte Dach saniert.

25. August 2002 Marianne Zoll, Tochter des Lehnitzer Bürgermeisters Alfred Jacob, erliegt einer schweren Krankheit. Als Erzieherin, Kommunalpolitikerin und langjährige Leiterin des Kulturhauses „Friedrich Wolf“ hat sie sich in den Jahrzehnten ihres Wirkens für kulturelle und soziale Belange um ihren Heimatort verdient gemacht. Kinder und Jugendliche fanden bei ihr immer ein offenes Ohr und eine konsequente Interessenvertreterin.

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07. September 2002 60 Mannschaften, darunter vier Frauen- und 28 Jugendmannschaften gehen am 8. Kreisfeuerwehrtag in Lehnitz beim Löschangriff Nass an den Start. Über 600 Kameraden messen auf dem Bundeswehrgelände ihre Fähigkeiten. Die Lehnitzer FFw hat den Platz entsprechend vorbereitet. Sieger bei den Männer-, Frauen- und Kindermannschaften wird jeweils die FFw aus Schulzendorf. Sie erhält den Wanderpokal des Landrats.

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Zwei Lehnitzer beim Löschangriff – Übung macht den Meister

22. September 2002 Ergebnisse der Bundestagswahlen in Lehnitz: Wahlberechtigte: 2178; Wahlbeteiligung: 73,37%. SPD=41,03%; CDU=23,91%; PDS=18,25%; Bündnis90/Grüne=6,73%; FDP=5,92; NPD=1,57; Andere=2,59%

Als Kandidat der Partei Bibeltreuer Christen hat der Lehnitzer Architekt Dieter Urbach an der Bundestagswahl teilgenommen.

17. Oktober 2002 Im Rahmen des Umwelttages der Gemeinde helfen zwölf Soldaten der Märkischen Kaserne bei der Neugestaltung des Kitaspielplatzes. Weitere acht Soldaten pflanzen 90 Ziersträucher auf dem August-Bebel-Platz.

25. Oktober 2002 Begehrt sind die Plätze in der Lehnitzer Kita. Auf der inoffiziellen Warteliste stehen 27 Eltern, die ihre Kinder hier betreut haben wollen. 79 Kinder lässt die Betriebserlaubnis zu.

04. November 2002 Die Fußballer des SSV Lehnitz stehen in der 2. Fußball-Kreisklasse Staffel Mitte an 8. Stelle.

07. November 2002 Im Auftrag der Gemeindevertretung dankt Bürgermeister Gerd Baer drei Bürger für ihr geleistetes ehrenamtliches Engagement. Feuerwehrmann Torsten Pohl für seine Arbeit mit dem Feuerwehr-Nachwuchs, Helmut Kücken für die langjährige musikalische Leitung des Lehnitzer Männerchors und Wilfried Ehrich für seine Arbeit als Seniorenbeauftragter des Amtes Oranienburg-Land.

08. November 2002 Der Innenminister des Landes Brandenburg hat in einem Schreiben die Eingliederung der Gemeinde Lehnitz in die Stadt Oranienburg genehmigt. Die Eingliederung wird am Tage der nächsten Kommunalwahl 2003 wirksam.

Björn Walther aus Lehnitz ist Landessieger und drittbester Schlosser in Deutschland geworden. Sein Gesellenstück, ein schmiedeeisernes Geländer, ziert die Treppe zum Eingang des elterlichen Wohnhauses.

 

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10. November 2002 Musikalisch-historischer Nachmittag im Kulturhaus „Friedrich Wolf.“ Musikalisch umrahmt von Helmut Kücken hält Ortschronist Bodo Becker zwei Vorträge über die Geschichte der Brücke zwischen Oranienburg und Lehnitz und den Wusch der Lehnitzer nach einem Kino in den 1950er Jahren. Eine kleine Ausstellung von historischen Postkarten, Fotografien und Dokumenten macht das Gesagte anschaulich.

22. November 2002 In Lehnitz gründet sich die „Bürgerinitiative Hausmüll“. Zielstellung der Bürgerinitiative ist die Durchsetzung einer Beseitigung des Hausmülls ohne schädigende Einflüsse auf die Gesundheit der im Einflussgebiet lebenden Menschen. Die BI steht im Zusammenhang mit dem Bestrebungen des Kreises, in Germendorf eine Müllverbrennungsanlage zu errichten. Initiator der BI ist u.a. der Lehnitzer Kommunalpolitik Hans-Joachim Gröhler.

02. Dezember 2002 Die Gemeindevertreter beschließen den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes für 2003. Danach bleibt der Preis für den Kubikmeter Abwassere bei 5 Euro. Mit einem negativen Betriebsergebnis in Höhe von 75000 Euro wird kalkuliert. Noch im Dezember sollen die Kanalisationsarbeiten im Baumschulenweg und in der Seepromenade abgeschlossen werden. Im Gemeindehaushalt muss kräftig gespart werden. Der Umbau der Grundschule soll jedoch weiter geführt werden. Dafür werden 240000 Euro in den Haushalt eingestellt. Die Gemeindevertreter zeichnen „Altbürgermeister“ Herbert Kreuschner für ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Gemeindegremien aus.

13. Dezember 2002 Im vollbesetzten Saal des Kulturhauses findet das weihnachtliche Programm der Schule statt. Mit lustigen Theaterspielen, Gedichten und Weihnachtsliedern sorgen alle Klassen für weihnachtliche Unterhaltung. Anschließend findet ein Lichterzug unter dem Motto „Frieden allen Kindern dieser Welt“ vom Kulturhaus bis zum Café Rondell statt.

19. Dezember 2002 Um 10 Uhr gibt das Straßenbauamt die Brücke zwischen Oranienburg und Lehnitz für den Verkehr frei und beendet damit den brückenlosen Zustand seit August 2001. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro.

22. Dezember 2002 Gemeinsam mit ihrem Sohn wird Dr. Christel Neubert-Thoms den Tag auf der Autobahn bzw. auf den Straßen zwischen Lehnitz und Walbrytsch (Waldenburg, südlich von Breslau) verbringen. Auf der Ladefläche ihres Lkw’s haben sie hunderte Weihnachts-Hilfspakete für die Menschen in der Region im polnischen Niederschlesien. Die Arbeitslosigkeit liegt hier bei 50% und die Menschen müssen mit 12 Euro im Monat auskommen. Hilfe ist also dringend nötig!

Elke Rubin (links) hilft beim Einpacken der Pakete

Januar 2003 Der erste Monat des Jahres hat klirrende Kälte gebracht und den Lehnitzsee mit einer dicken Eisdecke geschlossen. Darüber freuen sich die Schlittschuhläufer und Spaziergänger. Für den Schiffsverkehr und den Fischen bringt es jedoch Probleme. Noch hält der Eisbrecher „Eisfuchs“ mit seinem 70 Tonnen Gewicht die Fahrrinne offen.

Nach 147 Zuzügen, 13 Geburten und 31 Sterbefälle im Jahre 2002 leben 2623 Einwohner in Lehnitz.

25. Januar 2003 Ab heute beginnen die Prunksitzungen des LKK im 20. Jahr seines Bestehens. Die Karnevalisten haben für die mitfeiernden Narren mit ihrem Programm tief in die deutsche Märchentruhe gefasst, das darum den Namen „Märchenhaft, aber wahr trägt.“ Bis Rosenmontag schallt es nun wieder unzählige Male „Mit Genuss hinein!“

13. Februar 2003 Mit ihrer Informationsmappe zum Thema „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ setzen sich die 23 Schüler der Grundschule in der Jahrgangsstufe 5. bis 11. Klasse gegen rund 60000 Mitbewerber aus ganz Deutschland durch. Sie gewannen den 1. Preis der Bundeszentrale für politische Bildung. Nun können sich die Schüler auf eine Einladung in die Potsdamer Staatskanzlei freuen, informiert Lehrerin Heidi Fischer (5. v.r.).

 

08. März 2003 Die FFw hält ihre Jahreshauptversammlung ab. Danach gab es im vergangenen Jahr 412 Einsätze, davon 43 Brände. Derzeit gehören 30 Mitglieder zum aktiven Dienst, 20 befinden sich in der Jugendfeuerwehr.

09. März 2003 Die traditionsreiche Edener Heimatbühne spielt im Saal des Kulturhauses „Friedrich Wolf“ zwei Szenen von Ephraim Kishon: „Anästhesie“ und „Heirate deine Mutter“. Die unter der Leitung von Ingrid Scharfschwerdt von Laienspielern aufgeführten Szenen rufen bei den etwa 80 Zuschauern Schmunzeln und lautes Lachen hervor.

17. März 2003 Die Fußballer des SSV Lehnitz stehen in der 2. Fußball-Kreisklasse von 11 Mannschaften auf dem 5. Rang.

19. März 2003 Heftigen Widerstrand äußern die Anwohner im Badeweg mit Wassergrundstücken zu den Plänen der Gemeinde, das Seeufer hier durchgehend begehbar zu machen. „Sie zwingen uns praktisch dazu, dagegen gerichtlich vorzugehen. Wenn durch den Weg der ungehinderte Zugang zum See blockiert wird, halbiert sich der Wert unserer Grundstücke“, begründet ein Betroffener seinen Widerstand. Die Gemeinde verfolgt bereits seit zehn Jahren das Ziel, den Uferbereich für alle Spaziergänger zu öffnen.

21. März 2003 Eine weitere Lehnitzer Kultur-Institution begeht ein Jubiläum. Unter dem Titel „15 Jahre Weser-Singers 1988 bis 2003“ findet eine Festveranstaltung im St. Barbara-Saal der Märkischen Kaserne statt. Das gezeigt Programm ist eine Mischung aus Schlagern, Rock- und Pop-Titeln, Kinderliedern, Gedichten und Parodien. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Wunsch nach Frieden für alle Menschen. Wie auch in der Vergangenheit geht der Erlös des Abends an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

27. März 2003 In Oranienburg findet ein SPD „Vereinigungsparteitag“ mit den Sozialdemokraten der noch bestehenden Ortsvereinen aus den Umlandgemeinden statt. Damit sollen die Kräfte für die bevorstehende Kommunalwahl im Oktober gebündelt werden.

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Geschäftsführender Vorstand v.l.n.r.: Stefan Hübner (Lehnitz), Dieter Kohllöffel, Barbara Apostel, Dirk Blettermann (alle Oranienburg), Hans-Günter Kreidel (Lehnitz)

05. Mai 2003 Lehnitz-Wetter deutschlandweit! Volksfeststimmung ist auf dem Hof der Grundschule. Mehrere hundert Lehnitzer wollen den Fernseh-Wettermann Jörg Kachelmann sehen, der hier eine neue Wetterstation einweiht. Sie ist die 26. Kachelmann-Station in der Region Berlin-Brandenburg. Seit heute weiß nun ganz Deutschland, wie das Wetter in Lehnitz ist. Die Lehnitzerin Sabine Bievor hatte die Idee, ihren Ort wettermäßig ins Fernsehen zu bringen. „Noch in hundert Jahren läuft Lehnitz über den Ticker“, prognostiziert der prominente Wetterfrosch.

Jörg Kachelmann überragt sie alle!

26. Mai 2003 Ein Verein zur Förderung begabter Kinder hat sich gegründet. Sein Name lautet: „Heureka Begabtenförderung Lehnitz/Brandenburg“.

15. Juli 2003 Spätes Gedenken an Soldaten. Ein Gedenkstein auf dem Schießplatz der Märkischen Kaserne erinnert an vier australische und zwei britische Soldaten, die am 20. Januar 1944 über Schmachtenhagen abgeschossen und in Lehnitz abstürzten. Zur Enthüllung des Gedenksteins sind Angehörige und der australische Air Marshall Angus Houston gekommen.

Juli 2003 Die letzten acht Häuser „An der Försterei“ werden gebaut. Sie bilden den Abschluss des Wohngebietes „An der Försterei“, das zwischen dem Mühlenbecker Weg und dem Spielplatz eine geschlossene Einheit bildet.

13. August 2003 Die Abwasser-Eigenbetriebe Lehnitz und Germendorf werden Teil des Entwässerungsbetriebes Oranienburg. Die Lehnitzer können sich darüber freuen, denn ihre Abwassergebühren werden ab 1. Januar 2004 den niedrigeren Oranienburgs angepasst.

15. August 2003 Fast 700 Rekruten der Panzergrenadierbrigade 1 legen vor gut 2000 Gästen in der Märkischen Kaserne das feierliche Gelöbnis ab. Für die Einheit ist es das erste Mal, das in den neuen Ländern ein Gelöbnis geleistet wird, denn der Standort Lehnitz ist erst seit diesem Jahr der in Hildesheim beheimateten Brigade unterstellt.

21. August 2003 Die Gemeindevertreter beschließen den Bau einer Sporthalle an der Schule. Der Bau ist für 2004 vorgesehen. Den Eigenanteil zur Finanzierung bringt die Gemeinde mit Grundstücksverkäufen und der zugesagten Zielprämie vom Land für die freiwillige Eingliederung auf.

30. August 2003 Auf dem Feuerwehrtag in Malz mit Amtsausscheid der Jugendfeuerwehren belegt die Lehnitzer Jugendfeuerwehr nach Germendorf den 2. Platz.

September 2003 Noch in diesem Jahr werden die letzten Straßenzüge durch die zentrale Abwasserkanalisation erschlossen. Die Kanalisation umfasst mehr als 17 km Abwassernetz mit neun Hebewerken und zwei Pumpstationen. Sie hat fast 14,5 Millionen Euro gekostet. Finanzierung erfolgte durch Beiträge der Grundstückseigentümer, ca. 3,8 Millionen Euro Fördermittel und durch Kredite in Höhe von ca. 6,6 Millionen Euro.

17. September 2003 Der Kulturförderpreis des Kreises Oberhavel geht in diesem Jahr an die Leiterin der Weser-Singers, Annedore Weser. Für den Preis gab es 13 Vorschläge und Bewerbungen. A. Weser unterrichtet derzeit 21 Kinder und Jugendliche in Gesang.

20. September 2003 Neue und alteingesessene Anwohner feiern auf dem frisch gepflasterten Spechtweg das erste Straßenfest. Sie machten ihre Straße zur Stätte der Begegnung und „Vergnügungsmeile“ mit Blasmusik, Disco, Hüpfburg, Kuchenbasar und Ausschank.

10. Oktober 2003 Problemlos haben Sprengmeister Heino Borchert und Hans-Jürgen Weise vom Munitionsbergungsdienst in der Neptunstraße 29 eine amerikanische Fliegerbombe mit Langzeitzünder entschärft.

Die Bombe wurde im September 1944 produziert und ihr Zünder war auf 2 Stunden eingestellt.

26. Oktober 2003 Mit den Kommunalwahlen verliert die Gemeinde Lehnitz ihre Selbständigkeit und wird ein Stadtteil von Oranienburg. Gerd Baer (SPD) und Wolf-Dieter Alte (PDS) werden Abgeordnete des Kreistages Oberhavel. In die Stadtverordnetenversammlung ziehen Hans-Joachim Gröhler (CDU), Heiner Klemp (Bündnis 90/Grüne), Wilfried Ehrich (Freie Wähler Oberhavel), Stefan Hübner (SPD), Wolf-Dieter Alte (PDS). Mitglieder des Ortsbeirats sind: Gerd Baer, Bodo Becker, Frank Michael Rössel (alle SPD); Wolf-Dieter Alte, Manfred Ulack (beide PDS); Hans-Joachim Gröhler, Günter Radtke (beide CDU); Bärbel Recker, Heike Pröpster (bei Freie Wähler Oberhavel)

27. Oktober 2003 Die Gemeinde Lehnitz und die weiteren sechs neue Ortsteile werden ab heute vom Oranienburger Schloss aus verwaltet. In den nächsten Wochen ziehen 30 Mitarbeiter, die zuvor für das Amt Oranienburg-Land tätig waren ins Schloss um. Lehnitz ist mit 2639 Einwohnern der bevölkerungsstärkste Ortsteil. Seit 1993 kamen 114 Neulehnitzer zur Welt. 153 Gewerbetreibende bringt unser Ort in die Oranienburger Statistik ein.

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